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Renommierter Neurochirurg verabschiedet sich in den Ruhestand

11. März 2019

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Piek verhilft Abteilung zu internationaler Anerkennung

Rostock/Hansaviertel – 17 Jahre hat Prof. Dr. Jürgen Piek die Abteilung für Neurochirurgie an der Universitätsmedizin Rostock geleitet. Am 31. März verabschiedet sich der renommierte Mediziner in den Ruhestand. Piek blickt auf eine bewegte Zeit am Rostocker Klinikum zurück: „Als ich die Leitung vorerst kommissarisch übernahm, stand die Neurochirurgie noch am Ende des chirurgischen Programms, abgesehen von Notfällen.“ Über die Jahre hat sich die Abteilung zu einer hochmodernen Einrichtung mit einem breiten operativen Behandlungsspektrum und neuester medizintechnischer Ausstattung entwickelt. Die Operation von Hirntumoren sowie die komplexe Wirbelsäulenchirurgie und seit 2016 auch die Tiefe Hirnstimulation zur Behandlung von Bewegungsstörungen gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft der Neurochirurgie.

Übernommen hat Piek die Abteilung 2002 als Nachfolger von Prof. Dr. Wolf-Peter Ascher, der die Neurochirurgie 1997 gegründet hatte. „Mein Vorgänger startete als Einzelkämpfer, schaffte aber gute Grundlagen, auf denen ich aufbauen konnte“, betont Piek. Die damals noch sehr junge Abteilung war personell und technisch schmal ausgestattet und verfügte 2002 gerade einmal über 12 eigene Betten, keine Rufbereitschaft im Haus und keinen eigenen OP. Über die Jahre entwickelte sich die Abteilung und verfügt heute über eine eigene Station mit 25 Betten sowie einen eigenen OP, der rund um die Uhr belegt ist. „Regelmäßig greifen wir sogar auf einen zweiten OP zurück.“ Während Piek und sein Team zu seiner Anfangszeit gerade einmal 529 Patienten operierten, waren es im vergangenen Jahr mit 1086 Operationen fast doppelt so viele. „Außerdem haben wir mittlerweile immer einen Rufbereitschaftsdienst im Haus, um Notfälle sofort behandeln zu können“, sagt er. Mit zwei OP-Mikroskopen, einem ultramodernen Röntgenbogen und einer runderneuerten Neuronavigation ist auch der OP-Saal auf dem neuesten Stand der Technik.

Auch wissenschaftlich und klinisch werden Piek und seine Abteilung international wahrgenommen. „Mediziner kommen sogar aus dem Ausland, um sich bei uns in der Wirbelsäulenchirurgie weiterzubilden.“ Sechs Lehrbücher hat er als Herausgeber und Mitherausgeber veröffentlicht sowie 50 Buchbeiträge und 20 Publikationen mit Kollegen verfasst und sich an sieben Studien beteiligt. Als seinen persönlichen Höhepunkt sieht er die Ausrichtung des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin 2016 in Berlin mit rund 1500 Teilnehmern gemeinsam mit den Kollegen der hiesigen Neurologie. Jedes Jahr richtet er außerdem in Rumänien eine Weiterbildung für junge Neurochirurgen aus. Seinen akademischen Abschluss gibt Piek mit einem Weiterbildungshandbuch im Mai unter dem Titel „Neurochirurgie für Einsteiger“, an dem als Autoren unter anderem alle seine Mitarbeiter beteiligt waren.

Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege will Piek im Ruhestand auch weiterhin fortführen. In seiner neu gewonnenen Freizeit plant er, sein Cellospiel zu vertiefen, sich der Gartenarbeit zu widmen und in seiner Gemeinde Zemmin bei Jarmen kommunalpolitisch weiter aktiv zu sein. Hilfsbedürftige Menschen will Piek über den Ruhestand hinaus unterstützen: „Ich werde in einer Ambulanz für Obdachlose in Berlin ehrenamtlich aushelfen.“

Lebenslauf

Prof. Dr. Jürgen Piek hat sein Abitur 1973 in Bergkamen, Nordrhein-Westfalen abgelegt. Anschließend studierte er bis 1979 Humanmedizin an der Ruhruniversität Bochum. Nach seiner Approbation arbeitete er als Assistenzarzt an der Neurochirurgischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalten Duisburg. 1981 folgte die Promotion und anschließend die wissenschaftliche Mitarbeit an der Neurochirurgischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 1994 übernahm Piek die Position des Leitenden Oberarztes der Neurochirurgischen Klinik der Universität Greifswald und folgte im gleichen Jahr dem Ruf auf die C3-Professur für Neurochirurgie. 2002 übernahm er die vorerst kommissarische und 2004 die Leitung der Neurochirurgie an der Universitätsmedizin Rostock.