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Aktuelles

Zunahme der Gewebespenden

02. Januar 2019

Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkstes Bundesland

Gegenüber 2017 ist die Zahl der Gewebespenden im deutschlandweiten Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) um rund 16 Prozent angestiegen. 2.711 Menschen haben im vergangenen Jahr Gewebe gespendet; 406 Spenden davon fanden in Mecklenburg-Vorpommern statt – das zweitstärkste Bundesland in der Gewebespende. An der Universitätsmedizin Rostock spendeten 85 Menschen Gewebe. 177 Gewebepräparate konnten aus diesen Spenden gewonnen werden. Die Zahl der an der Universitätsmedizin Rostock transplantierten Augenhornhäute, die durch die DGFG vermittelt wurden, erhöhte sich von 53 auf 87.

„Spendern und ihren Angehörigen gilt unser besonderer Dank“, betont Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG. Neben der Zustimmung zur Gewebespende spielt auch das Engagement der Krankenhäuser eine entscheidende Rolle. Zwei von fünf Gesellschafter- Kliniken, die Universitätsmedizin Rostock und das Dietrich-Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg, sowie viele weitere Krankenhäuser unterstützen das Spendeprogramm der DGFG in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Universitätsmedizin Rostock ist seit 2015 Gesellschafter der DGFG und dadurch aktiv beteiligt am größten Netzwerk der Gewebemedizin in Deutschland. Dieses Engagement für die Weiterentwicklung der Gewebespende ist uns ein großes Anliegen“, sagt Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand der Rostocker Unimedizin. „Als größte medizinische Einrichtung des Landes ist es unser Ziel, alle Patienten zeitnah mit einem Transplantat zu versorgen“, ergänzt Prof. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand.

Gewebespenden von Organspendern leicht gestiegen
306 Organspender waren im vergangenen Jahr Gewebespender; 73 mehr als im Vorjahr. „Wir freuen uns über die stete und gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation an dieser Schnittstelle von der Organ- zur Gewebespende“, betont Börgel, “Wir blicken auch gespannt auf die Wirkung der neuen Gesetzgebung zur Organspende.” Dennoch ist der Anteil an Organspendern, die Gewebespender sind, insgesamt sehr gering. Die Hirntoddiagnostik spielt bei der Gewebespende keine Rolle: 2.369 Gewebespender und damit knapp 90 Prozent sind an einem Herz-Kreislauf-Stillstand verstorben.

Vorort-Präsenz als Schlüssel zum Spendeplus
Den Schlüssel zu der positiven Spendeentwicklung sieht Börgel in der Vorort-Präsenz: “Unsere Koordinatoren unterstützen die Kliniken da, wo es nötig ist: vor Ort – beim Spenderscreening, dem Angehörigengespräch, der Gewebeentnahme sowie bei gesetzlichen Belangen und behördlichen Auflagen.” Von inzwischen 27 Standorten aus realisieren 44 Koordinator*innen die Gewebespende an über 90 Krankenhäusern deutschlandweit. Im offenen Netzwerk der DGFG kooperieren zahlreiche Universitätskliniken, kommunale und konfessionelle Krankenhäuser, aber auch große Klinikverbünde.

Fast jeder Verstorbene kann Gewebe spenden
Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind neben Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen auch Knochen, Sehnen, Bänder und Haut. Aus der Lebend-Gewebespende kommt die Amnionmembran, die vor allem in der Ophthalmologie zur Behandlung von Erkrankungen der Augenoberfläche verwendet wird, sowie in der gynäkologischen Chirurgie, Mund-Kiefer-Chirurgie sowie als temporärer Hautersatz bei thermischen Verletzungen und Wundheilungsstörungen. Die Amnionmembran ist Teil der Plazenta und kann von einer Mutter nach einer Kaiserschnittgeburt gespendet werden. Die Zahl der Spenden konnte in diesem Jahr nahezu verdoppelt werden. 1.635 Einzelpräparate konnten aus diesen Spenden zur Transplantation vermittelt werden.

Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die ausschließlich von Öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen wird. Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Auf der Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen.

Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2018 sind vorläufig (Stand 27.12.18).