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Blut spenden

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum muss man mindestens 50 kg wiegen, um Blut zu spenden?

Bei einer Blutspende werden 450-500 ml Blut entnommen. Einen Verlust mit bis zu 15% des Blutvolumens innerhalb von 5-10 Minuten kann ein gesunder Mensch ohne klinische Symptome verkraften. Bei einer 50 kg wiegenden Person liegt das Blutvolumen bei 3300 ml, 15% sind demnach 495 ml. Wiegt man weniger, liegt der prozentuale Verlust des gespendeten Blutvolumens höher. Daher ist die Anforderung des Mindestgewichts zum Schutz des Spenders notwendig.

Was ist der häufigste Hinderungsgrund für eine Blutspende?

Eine zu niedrige Hämoglobinkonzentration (Hb-Wert) ist der häufigste Rückstellgrund. Durch die Entnahme der roten Blutzellen (Erythrozyten) verlieren Blutspender etwa 200-250 mg Eisen. Ein gesunder Mensch kann dies zwar anfänglich noch gut kompensieren, bei regelmäßigen Spenden kann der Eisenverlust allein durch die Nahrung jedoch nicht so schnell wieder ausgeglichen werden. Nach acht Wochen erreicht der Hämoglobinwert unter Umständen nicht die Mindestanforderung. Daher raten wir regelmäßigen Blutspendern zur Einnahme von Eisenpräparaten, die sie bei uns im Rahmen der Spende erhalten können.

Kann ich mich bei einer Blutspende anstecken?

Nein! Bei jeder Spende wird immer ein neues, steriles Einmal-Set verwendet. Dieses gilt für jede Vollblutspende und für alle maschinellen Verfahren.

Wohin geht mein Blut?

Blut, das Sie in unserer Einrichtung spenden, wird für die Patientenversorgung der Universitätsmedizin Rostock benötigt. In seltenen Ausnahmefällen helfen wir anderen Kliniken mit Blutprodukten aus, wenn diese bestimmte Anforderungen für den Patienten erfüllen müssen. Das sind z. B. Antikörper gegen Merkmale beim Patienten, durch die die Blutversorgung mit passenden Blutpräparaten eingeschränkt ist.

Was ist der vertrauliche Spenderselbstausschluss?

Den vertraulichen Spenderselbstausschluss kreuzen Sie am Ende der Spende an und werfen ihn in unseren Kasten bei der Anmeldung. Auf diesem Bogen wird noch einmal erläutert, wer kein Blut für Patienten spenden sollte (Personen aus Risikogruppen bzw. mit Kontakt zu Menschen einer Risikogruppe hinsichtlich HIV, Hepatitis B und C, Syphilis). Sollten irgendwelche Gründe vorgelegen haben, aus denen Sie uns weder auf dem Fragebogen noch im ärztlichen Gespräch über eventuellen Risikokontakt für HIV, Hepatitis B und C oder Syphilis informiert haben, können Sie mit dem Spenderselbstausschluss Ihre Konserve verwerfen lassen. Sie entscheiden damit, ob Ihr Blut für einen Patienten verwendet werden kann oder nicht.

Was bedeuten die Angaben auf meinem Blutspendeausweis?

Der individuelle Unfallhilfe- und Blutspendepass der UMR beinhaltet nebst Ihres Namens, Vornamens und Geburtsdatums die Angabe zu Ihren Blutgruppenmerkmalen. Das wichtigste steht dabei in einem Viereck und gehört zum AB0-System: Es muss bei Transfusionen immer berücksichtigt werden. Grundsätzlich unterscheidet man folgende vier Hauptgruppen: 0, A, B und AB. Die Verteilung ist weltweit sehr verschieden, in Deutschland ist die Blutgruppe A die häufigste (43%), dicht gefolgt von der Blutgruppe 0 (41%). B (11%) und AB (5%) sind deutlich seltener. Das Merkmal A kann noch weiter unterschieden werden, so dass es folgende Untergruppen gibt: A1, A2, A1B und A2B. Weitere Untergruppen im AB0-System sind extrem selten.

Das zweitwichtigste Merkmal ist das D-Merkmal aus dem Rh-System: Dieses kann entweder vorhanden sein ("Rhesus-D-positiv") oder fehlen ("Rhesus-D-negativ"). In Europa ist etwa jede sechste Person "Rhesus-D-negativ".

Aus diesen beiden Angaben ergibt sich die Blutgruppe, die man aus dem Alltag kennt: A+ heißt Blutgruppe A (aus dem AB0-System) und das D-Merkmal ist vorhanden, AB- heißt Blutgruppe AB (aus dem AB0-System) und das D-Merkmal ist nicht vorhanden.

Das Rh-System beinhaltet noch viele weitere Merkmale, mittlerweile gibt es über 50! Die vier wichtigsten neben D sind C, c, E und e. Das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein dieser fünf Merkmale wird in der sogenannten "Rhesus-Formel" ausgedrückt, die vor allem im deutschsprachigen Raum verwendet wird. CcD.Ee zum Bespiel bedeutet, dass alle fünf Merkmale vorhanden sind. Bei Ccddee ist es hingegen so, dass nur die Merkmale C, c und e vorkommen. Das kleine d bedeutet, dass man das D-Merkmal nicht trägt. Die Duplikatur von Buchstaben in der Rhesusformel bedeutet, dass man dieses Merkmal höchstwahrscheinlich von beiden Elternteilen vererbt bekommen hat. Bei CCD.ee hat man also das C und das e sowohl von der Mutter als auch vom Vater gegeben bekommen. Die Angabe des Punktes hinter dem D ("D.") bedeutet, dass man durch die Blutgruppentestung nicht sagen kann, ob beide oder nur ein Elternteil das D weitervererbt haben.

Zu guter Letzt steht auf dem Ausweis noch K- oder K+. K ist das wichtigste Merkmal aus dem Kell-Blutgruppensystem und ist in Europa relativ selten, nur jeder zehnte trägt es auf seinen roten Blutkörperchen.

Hat man Antikörper gegen Erythrozyten entwickelt, notieren wir auch diese auf dem Blutspendepass.

Ist meine Blutgruppe nun selten oder nicht? Das ist für das Blutspenden ganz egal, denn die Verteilung aller Merkmale ist bei Spendern und Patienten gleich. Folglich wird jede Spende benötigt!

Warum sind die ganzen Blutgruppenmerkmale so wichtig?

Es gibt über 300 verschiedene bekannte Blutgruppenmerkmale (Blutgruppenantigene), die sich auf den roten Blutzellen befinden. Leider können heutzutage noch nicht alle Merkmale bei Patienten und Spendern getestet werden, da dieses sehr aufwendig ist und nicht immer entsprechende Reagenzien zur Verfügung stehen. Nur die Merkmale aus dem AB0-System (Blutgruppe A, B, AB oder 0) werden immer bestimmt, ebenso das Rh-D-Merkmal.

Wenn man Blutzellen mit für den Körper fremden Merkmalen transfundiert bekommt, kann es sein, dass man sich dagegen immunisiert, sprich Antikörper dagegen bildet. Wenn man später erneut Blut mit diesen Merkmalen erhält, kann es zu schweren Transfusionsreaktionen kommen: Die transfundierten Zellen werden durch das Immunsystem zerstört und der Körper mit den Zerfallsprodukten belastet. Folglich müssen solche Patienten mit passenden Blutgruppenmerkmalen versorgt werden.

Das AB0-System besitzt eine Besonderheit gegenüber den anderen Blutgruppenmerkmalen: Im Laufe des ersten Lebensjahres bildet jeder Mensch die Antikörper gegen die Merkmale, die er selber nicht besitzt. Folglich kann bereits die erste nicht kompatible Transfusion tödlich verlaufen!