Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

 

Das Netzwerk Universitätsmedizin (kurz: „NUM“) entstand Anfang April 2020 aus der Initiative der Universitätskliniken und dem Anstoß der Charité Berlin, um in der SARS-CoV-2-Pandemie die Ressourcen zu bündeln. Ziel ist, Ergebnisse aus klinischer Versorgung und Forschung in eine Krisenbewältigungsstrategie für diese und zukünftige Pandemien umzusetzen. Der Zusammenschluss der Universitätskliniken dient der schnellen Erkenntnissicherung und dem unkomplizierten konstruktiven Austausch.

Zu diesem Zweck sind innerhalb des NUM spezielle Infrastrukturen entstanden. Zum Einen unterstützt die NUM-Routinedatenplattform (NUM-RDP) das Netzwerk allgemein, zum Anderen sind forschungs- und fachspezifische Infrastrukturen herausgebildet worden. So fördert bspw. die RACOON-Infrastruktur die radiologische Forschung und das NATON-Netzwerk (ehemals DEFEAT PANDEMIcs) sammelt die Daten der Autopsien der an COVID-19 Verstorbenen, um diese gemeinsam verwerten zu können.

Allgemein sind die Projekte innerhalb des NUM in Forschungs-, Infrastruktur- und Managementlinien eingeteilt. Dabei nutzen Forschungsprojekte als sogenannte „Use Cases“ die entsprechende Infrastruktur. Kürzere ad hoc-Projekte verfolgen zusätzlich bestimmte Forschungsfragen.

Ansprechpartner an jedem Standort ist die Lokale Stabstelle (Managementlinie), die Fragen z. B. hinsichtlich der Antragsstellung klärt und in direktem Kontakt zur NUM-Koordinierungsstelle der Charité steht. 

Das Gesamtvorhaben wird durch das BMBF gefördert und befindet sich zurzeit in seiner zweiten Förderperiode im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024. Nach diesem Förderzeitraum ist geplant, das Netzwerk als eingetragenen Verein zu verstetigen und die inhaltliche wissenschaftliche Ausrichtung zu erweitern. Zudem bestehen bereits Kooperationen zwischen dem NUM und der Medizininformatik-Initiative    (MI-I: https://www.medizininformatik-initiative.de).

 

 

NUM 1.0

 

 

NUM 2.0

 

Infrastrukturlinie

NUM-RDP

„NUM-Routinedatenplattform”

Als Fortführung des Projektes CODEX aus NUM 1.0 stellt NUM-RDP die technischen Grundlagen bereit, die von bestehenden und zukünftigen NUM-Forschungsprojekten genutzt werden können. Hierbei werden die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Gewährleistung des Datenschutzes geschaffen. NUM-RDP arbeitet eng mit der MI-I zusammen, um zukünftig funktionelle Lücken in der MI-I-Infrastruktur füllen zu können.

RACOON-BI

„Das deutschlandweite Radiological Cooperative Network”

RACOON-BI ist der Nachfolger von RACOON und stellt ein deutschlandweites Serversystem mit Netzwerkknoten an allen deutschen Universitätskliniken zur Verfügung. Dieses Netzwerk unterstützt die dezentrale und zentrale Erforschung von radiologischen Fragestellungen. Die hier gesammelten Daten dienten bereits der Beurteilung von Lungenbeteiligungen, die sich in den bisherigen Phasen der Krisenbewältigung der COVID-19 Pandemie in allen nationalen Gesundheitssystemen wiederspiegelte.

 

Forschungslinie

CODEX+

„CODEX+ Collaborative Data Exchange and Usage”

Ziel dieses Projektes ist die Erarbeitung einer Infrastruktur für Behandlungsdaten, die flexibel, nachhaltig, erweiterbar und leicht zu nutzen ist. Die NUM-Infrastrukturnutzung soll harmonisiert und die CODEX-Plattform erweitert werden.

COVerCHILD

„COVID-19 Forschungsplattform für Kinder und Jugendliche”

Hier wird eine Forschungs- und Monitoringplattform aufgebaut, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die körperliche und seelische Gesundheit sowie die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

NATON

„NATON – Nationales Obduktionsnetzwerk”

Durch dieses Projekt, das eine Fortführung von DEFEAT PANDEMIcs darstellt, wird eine Service-, Experten- und Entwicklungsplattform für vernetzte obduktions- getriebene Forschung bereitgestellt. 2022 bestehen hier die folgenden Schwerpunkte: Virusvarianten, Post COVID, Impfnebenwirkungen und -versagen.

www.naton.network

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

PREPARED

„PREparedness and PAndemic REsponse in Deutschland“

Das Ziel besteht in der Entwicklung eines Konzepts für eine realisierbare, kooperative, adaptive und nachhaltige Infrastruktur für die Pandemie-Vorbereitung und das Pandemie-Management.

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

RACOON-Combine

„Entwicklung und Anwendung von bildbasierten Biomarkern für die Prädiktion und Prognoseabschätzung von Patient:innen mit COVID-19“

Als Use Case der RACOON-Basisinfrastruktur wird hier für Patient:innen eine vollständige bildgebende Phänotypisierung inkl. metabolischer, kardiovaskulärer, pulmonaler, hepatischer und neurologischer Gesundheit erstellt. Radiologische Daten haben sich in der Covid-19-Pandemie als erkenntnisreiches Mittel für die Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von Patient:innen erwiesen. Die entstehenden standardisierten radiologischen Datensätze werden in die RACOON-Plattform eingespeist, um für kollaborative Forschungsprojekte zur Verfügung zu stehen.

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

 

ad hoc-Forschungsprojekte

CODEX+Monitor

„Monitoring von stationären Patienten und Ressourcen des stationären Gesundheitssystems“

Über die Datensicherung der routinemäßigen PCR-Testung bei der Aufnahme von Patient:innen soll der Frage nachgegangen werden, ob Patient:innen wegen oder mit SARS-CoV-2 Infektion ins Krankenhaus kommen. Die Daten werden im NUM-Dashboard gesammelt (https://coronadashboard.ukbonn.de). Unter anderem sollen aus diesen Erkenntnissen Vorhersagemodelle für bestimmte Altersgruppen/spezifische Risikopopulationen abgeleitet werden.

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

IMMUNEBRIDGE

Immunantworten gegen SARS-CoV-2 bei Risikogruppen in den Notaufnahmen und in der Allgemeinbevölkerung“

In Vorbereitung auf den kommenden Herbst und Winter sollen die Fragen geklärt werden: Wie viele Menschen haben eine Grundimmunität? Wie gut sind Risikogruppen geschützt? Wie hoch ist die Immunität bei Kindern? Hierzu werden Seroprävalenzstudien zur Ermittlung der SARS-CoV-2 Immunität durchgeführt.

(Vorbehaltlich der Mittelfreigabe)

 

 

FOSA - Fach- und Organspezifische Arbeitsgruppen

Neben der Mitwirkung an den Teilprojekten gibt es für Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen auch die Möglichkeit, sich an sogenannten FOSAs zu beteiligen. Hier findet ein inner- und interdisziplinärer Austausch der verschiedenen medizinischen Fach- und Organrichtungen statt. Dieser Austausch dient u.a. der Entwicklung neuer Teilprojekte. Zur Zeit gibt es 26 FOSAs mit ca. 700 Teilnehmern, die bereits die durch das NUM erzielten Daten nutzen und kommentieren. Bei Interesse können Sie sich über diesen Link eingänglich informieren.

 

 

Aufgaben der Lokalen Stabstelle

 

Aufgaben an der UMR:

  • Lokale Ansprechpartner zu möglichen Projektteilnahmen und bei Fördermittelanträgen (AZAP-Stellung, Ethik, Datenschutz usw.)
  • Koordination der Teilprojekte am Standort
  • Budgetmanagement (Erstellung von Standortkalkulationen, Mittelabrufen, Finanzberichten usw.)
  • Regelmäßiger Austausch mit den NUM-Teilnehmern an der UMR

 

Aufgaben im NUM:

  • Unterstützung der Koordinierungsstelle durch Zuarbeiten von Daten und Informationen sowie durch regelmäßigen Austausch
  • Teilnahme an Vernetzungstreffen und Informationsveranstaltungen (auch der Teilprojekte)
  • Erarbeitung von allgemeinen Managementstrukturen zur Verbesserung der Netzwerktätigkeiten

 

 

interessante Projekte für die UMR

AKTIN@NUM - Infrastruktur des AKTIN-Notaufnahmeregisters

AKTIN 2.0 - Verbreitung des AKTIN-Notaufnahmerregisters

Weitere Informationen finden Sie hier.