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Zur Übung: Drohnenabsturz fordert Versorgung von 70 Verletzten in Rostock

10. October 2026
Bei der Großübung am Samstag wurde die Behandlungskette von der Erstversorgung und -diagnose über den Transport bis hin zur klinischen Versorgung im Schockraum geübt.
An einer groß angelegten Übung der Medical Task Force des DRK und der Universitätsmedizin Rostock nahmen rund 400 Personen teil und versorgten rund 70 Verletzte.
Bei Verletzten wurde mittels einer Triage eine Behandlungsreihenfolge festgelegt.
Im Gespräch: Staatssekretärin Sylvia Grimm, DRK-Präsident Werner Kuhn, UMR-Vorstandsvorsitzende Dr. Christiane Stehle.

Universitätsmedizin Rostock und Medical Task Force trainieren beim Massenanfall von Verletzten die gesamte Rettungskette

Die Universitätsmedizin Rostock und die Medical Task Force Mecklenburg-Vorpommern bewältigen am 10. Oktober 2026 gemeinsam einen Massenanfall von Verletzten (MANV) nach einem simulierten Drohnenabsturz unbekannter Ursache. Rund 400 Beteiligte übten die Versorgung von etwa 70 Patientinnen und Patienten vom Einsatzort am Ostseestadion bis zur Behandlung in der Klinik. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz, Rettungsdienst und Krankenhaus unter realistischen Bedingungen zu erproben. Die Übung wurde logistisch durch den Landkreis Rostock unterstützt.

„Großschadenslagen wie bei dieser MANV-Übung stellen das gesamte Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen", sagt Sylvia Grimm, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern. „Deshalb ist es wichtig, die Zusammenarbeit aller Beteiligten regelmäßig unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Die Übung hat gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Krankenhausstruktur, ausreichend qualifiziertes Personal und eingespielte Abläufe sind, damit die Menschen im Ernstfall schnell und sicher versorgt werden können.“

Das Szenario ging von einem ausverkauften Open-Air-Konzert mit 30.000 Besucherinnen und Besuchern im Ostseestadion aus. Nach dem Drohnenabsturz unbekannter Ursache führten Rauchentwicklung, Verunsicherung im Publikum und starke Personenbewegungen zu zahlreichen Verletzten und Betroffenen. Geübt wurde die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Rauchgas in den Atemwegen, internistischen Notfällen, akuten psychischen Belastungsreaktionen und chirurgischen Verletzungen.

„Als universitärer Maximalversorger tragen wir eine besondere Verantwortung für die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock. „Solche Übungen ermöglichen es uns, unsere Alarmierungs- und Behandlungsprozesse unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stärken sie die Fähigkeit der Universitätsmedizin Rostock, auch in außergewöhnlichen Belastungssituationen handlungsfähig zu bleiben.“

Einsatzkräfte der Zivilschutzeinheit Medical Task Force (MTF) errichteten unter Zeitdruck einen Behandlungsplatz für 50 Patientinnen und Patienten. Dort sichteten und behandelten sie die eintreffenden Verletzten, legten die Reihenfolge der Transporte fest und meldeten die Patientinnen und Patienten in der Klinik an. Personenauskunftsstellen verschiedener Katastrophenschutzeinheiten unterstützten die Erfassung der eingesetzten Kräfte sowie der Betroffenen.

„Unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte müssen unter hoher Belastung schnell entscheiden und verlässlich zusammenarbeiten“, sagt Werner Kuhn, Präsident des DRK-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern. „Bei dieser Übung konnten die Medical Task Forces mit realen Fahrzeugen, ihrem Material und eingespielten Strukturen trainieren. Besonders wichtig war die Übergabe an die Universitätsmedizin Rostock, denn dort greifen präklinische und klinische Versorgung unmittelbar ineinander.“

In der Universitätsmedizin Rostock wurde der Krankenhausalarm- und Einsatzplan ausgelöst. Die Klinik alarmierte das erforderliche Personal, sichtete die eintreffenden Patientinnen und Patienten erneut und verteilte sie entsprechend ihrer Verletzungen auf die vorgesehenen Versorgungsbereiche und Operationssäle. Zugleich wurden die Betreuung von Angehörigen sowie die Auskunft über vermisste Personen geübt. Der reguläre Klinikbetrieb lief währenddessen weiter.

Die gemeinsame Übung bildete erstmals in Mecklenburg-Vorpommern eine Versorgungskette dieser Größenordnung von der Erstversorgung am Ereignisort über den Behandlungsplatz bis zur klinischen Aufnahme und Weiterbehandlung ab. Neben der Universitätsmedizin Rostock und dem DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern waren der Landkreis Rostock mit seinem Rettungsdienst und der F.C. Hansa Rostock beteiligt.

„Bei einer großen Schadenslage müssen Katastrophenschutz und Krankenhaus auf abgestimmte Meldewege und eindeutige Zuständigkeiten zurückgreifen können“, sagt Dr. Christian Frenzel, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern und: „Solche Abläufe lassen sich nicht allein am Schreibtisch prüfen. Erst die gemeinsame Übung mit Einsatzkräften, Fahrzeugen und klinischem Personal zeigt, ob Alarmierung, Kommunikation und Übergaben unter Zeitdruck funktionieren. Solche Übungen sind nicht selbstverständlich, denn sie erfordern Zeit und Einsatzbereitschaft. Das verdient meinen ausdrücklichen Respekt. Nur wenn alle Organisationen Hand in Hand arbeiten, können wir im Ernstfall schnell und sicher reagieren.“

Die erste Einschätzung der Übungsleitung fiel insgesamt positiv aus. Die Beteiligten konnten ihre Zusammenarbeit intensivieren und die einzelnen Abläufe der Versorgungskette detailliert trainieren. Eine umfassende Auswertung der MANV-Übung folgt in den kommenden Wochen. Dabei werden die Erfahrungen der beteiligten Organisationen zusammengeführt und die einzelnen Übungsabschnitte systematisch betrachtet.