Kaltplasma gilt als vielversprechender Ansatz für die Behandlung schwer heilender Wunden und wird zunehmend auch im Zusammenhang mit Hautkrebs untersucht. Die Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Rostock arbeitet dazu künftig eng mit der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften und dem Kaunas Hospital zusammen.
„Diese Technologie hat das Potenzial, zur Lasertherapie des 21. Jahrhunderts zu werden“, sagt Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Rostocker Hautklinik. Die Haut sei als größtes Organ des Menschen von außen gut zugänglich. Deshalb seien Plasmatechnologien früh für die Behandlung von Hauterkrankungen entwickelt worden. Kaltplasma könne nach Einschätzung Emmerts künftig eine wichtige Rolle insbesondere in der Wundversorgung spielen.
Zum Auftakt des Projekts reiste Steffen Emmert vom 22. bis 25. Juli nach Kaunas. Bei einem wissenschaftlich-praktischen Seminar stellte er in seiner Keynote aktuelle Forschungsergebnisse und klinische Erfahrungen vor. Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte und Studierende konnten die Anwendung der Technologie im klinischen Umfeld beobachten und mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutieren. Geplant ist, die Methode in bestehende dermatologische Behandlungskonzepte in Kaunas einzubinden und wissenschaftlich zu begleiten. Dabei geht es sowohl um chronische Wunden als auch um die mögliche Anwendung bei Hautkrebs.
Ein weiterer Bestandteil der Zusammenarbeit sind Forschungsaufenthalte litauischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universitätsmedizin Rostock. Außerdem soll das Projekt eine vergleichende klinische Studie unterstützen, in der die Wirksamkeit einer kombinierten Behandlung aus Kaltplasma und einer auf das Immunsystem einwirkenden Therapie bei Patientinnen und Patienten mit Hautkrebs untersucht wird.
Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Skaidra Valiukevičienė, Direktorin der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften, und Prof. Dr. Steffen Emmert. Für die Universitätsmedizin Rostock verbindet die Kooperation internationale Vernetzung mit einem greifbaren klinischen Ziel: neue Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich zu diskutieren, sondern in die Versorgung zu übertragen und dabei systematisch zu prüfen.
Steffen Emmert ist zugleich Sprecher des Rostocker Standorts des Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern (CCC-MV). Die Zusammenarbeit ergänzt damit die am CCC-MV gebündelten Aktivitäten zur Entwicklung innovativer diagnostischer und therapeutischer Verfahren bei Krebserkrankungen.
Das Projekt wird durch das Baltisch-Deutsche Hochschulkontor über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt und aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert. Ziel der Förderung ist es, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und den baltischen Staaten zu stärken und langfristige institutionelle Partnerschaften aufzubauen.














