Beim politischen Kick-off zur Biobank-Plattform für Deutschland am 22. Juni 2026 in Berlin wurde der Aufbau einer neuen bundesweiten Forschungsinfrastruktur vorgestellt. Ziel ist es, dezentral organisierte Biobanken in Deutschland organisatorisch, technisch und inhaltlich stärker zu vernetzen. Die Plattform soll den Zugang zu Bioproben wie Blut, Gewebe oder Tumormaterial sowie zu den dazugehörigen klinischen und analytischen Daten für die medizinische Forschung erleichtern.
Umgesetzt wird das Projekt im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Für den Aufbau stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt bis 2030 rund 50 Millionen Euro bereit. Vorgesehen sind 38 Biobankstandorte in Deutschland. Auch die Universitätsmedizin Rostock ist Teil dieser bundesweiten Infrastruktur. In der lokalen Stabsstelle koordiniert Anne-Sophie Naujoks die NUM-Projekte an der UMR.
Biobanken sind eine wichtige Grundlage moderner medizinischer Forschung. Sie sammeln, verarbeiten und lagern biologische Proben und verknüpfen diese unter klar geregelten Datenschutz-, Ethik- und Qualitätsstandards mit klinischen Informationen. Dadurch können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Krankheitsmechanismen besser verstehen, neue biologische Hinweise identifizieren und diagnostische sowie therapeutische Verfahren weiterentwickeln.
Künftig sollen Forschende nicht mehr einzelne Biobankstandorte separat anfragen und jeweils eigene Vereinbarungen schließen müssen. Stattdessen ist eine zentrale Servicestelle im NUM vorgesehen, die den Zugang zu qualitätsgesicherten Proben und Daten koordiniert. Damit sollen Forschungsprozesse vereinfacht, Studien erleichtert und neue Erkenntnisse schneller in die Versorgung übertragen werden.
Für die Universitätsmedizin Rostock ist die Beteiligung an der Biobank-Plattform ein wichtiger Schritt zur weiteren Stärkung des Forschungsstandorts. Die neue Infrastruktur passt zu zentralen Entwicklungslinien der Universitätsmedizin: der besseren Nutzung medizinischer Daten, der Stärkung translationaler Forschung, der Weiterentwicklung personalisierter Medizin und dem Ausbau standortübergreifender Kooperationen.
Gerade für Mecklenburg-Vorpommern ist der Anschluss an nationale Forschungsinfrastrukturen von besonderer Bedeutung. Als Universitätsmedizin in einem Flächenland trägt die Universitätsmedizin Rostock dazu bei, medizinische Forschung, Versorgung und Innovation enger miteinander zu verbinden und den Standort Rostock spürbar in zukunftsträchtige bundesweite Strukturen der Medizin einzubringen.















