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Universitätsmedizin Rostock würdigt 50 Jahre Nierentransplantation und 30 Jahre Lebertransplantation

22. June 2026
Fünf Personen in formeller Kleidung stehen vor einem großen Bild mit einem modernen Gebäude

Staatssekretärin Sylvia Grimm (2.v.l.) und Senator Steffen Bockhahn (2.v.r.) wurden von Prof. Dr. Angelika Borkowetz (v.l.), Studiendekanin und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Urologie, Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin sowie Prof. Dr. Sebastian Hinz, Sprecher des Transplantationszentrums, begrüßt.

Mehrere Personen in formeller Kleidung sitzen in einem Zuschauerraum mit Holzverkleidung

Zahlreiche Gäste, darunter Patientenvertreter sowie frühere und aktuelle Wegbegleiter wie Senator Steffen Bockhahn, folgten der Einladung an die Universitätsmedizin Rostock.

Vortragsraum mit Zuhörern in Reihenbestuhlung und zwei großen Projektionsflächen mit Folien zu Nieretransplantation

Die Vorträge und Diskussionen auf dem Jubiläumssymposium spannten den Bogen von den Anfängen der Nieren- und Lebertransplantation in Rostock bis hin zu den künftigen Anforderungen an die transplantationsmedizinische Versorgung.

Jubiläumssymposium beleuchtet Erfolge und diskutiert Herausforderungen der Nieren- und Lebertransplantation in Rostock

Rostock – Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet eine Organtransplantation eine neue Perspektive, mehr Lebensqualität und nicht selten eine zweite Chance aufs Leben. Anlässlich von 50 Jahren Nierentransplantation und 30 Jahren Lebertransplantation hat die Universitätsmedizin Rostock bei einem Jubiläumssymposium am Samstag, 20. Juni 2026, die Entwicklung ihres Transplantationszentrums gewürdigt und mit Fachleuten sowie Gästen über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Perspektiven der Transplantationsmedizin diskutiert.

Als einziges Transplantationszentrum in Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Universitätsmedizin Rostock eine besondere Rolle in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Organversagen ein. Das Symposium bot Gelegenheit, die medizinischen Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte nachzuzeichnen und zugleich den Blick auf die zukünftige Ausrichtung des Standorts zu richten.

Sylvia Grimm, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, hob die besondere Bedeutung des Transplantationszentrums für die Gesundheitsversorgung hervor. „Die Universitätsmedizin Rostock leistet als einziges Transplantationszentrum in Mecklenburg-Vorpommern einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheitsversorgung im Land. Das Jubiläum würdigt nicht nur medizinische Erfolge, sondern auch den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten für schwer erkrankte Menschen.“

Die Geschichte der Transplantationsmedizin in Rostock begann am 14. Oktober 1976 mit der ersten Nierentransplantation an der Urologischen Klinik und Poliklinik. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Programm kontinuierlich ausgebaut. Bis heute konnten 1.873 Nierentransplantationen sowie 205 kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantationen durchgeführt werden. Mit der ersten Lebertransplantation am 8. März 1996 wurde das transplantationsmedizinische Spektrum am Standort erweitert. Seither haben die Rostocker Tansplantationsmedizinerinnen und -mediziner 244 Lebertransplantationen vorgenommen und damit die Bedeutung des Standorts für die überregionale Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Organversagen weiter gestärkt.

Auch Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, betonte die Bedeutung des Zentrums für die Region. „Transplantationen gehören zu den anspruchsvollsten medizinischen Behandlungen. Solche Höchstleistungen in Rostock anbieten zu können, bedeutet viel für den Standort. Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte von Innovationen in diesem Bereich in die Zukunft fortzuschreiben. Das dient der Sicherung des Standortes auch für Wissenschaft und Ausbildung – vor allem aber den Betroffenen, die transplantiert werden müssen.“

Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, verwies auf die Leistung vieler Generationen von Beschäftigten. „Seit fünf Jahrzehnten schenken wir Menschen mit einer Nierentransplantation und seit drei Jahrzehnten auch mit einer Lebertransplantation neue Lebensperspektiven. Dieses Jubiläum steht für medizinische Spitzenleistung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das außergewöhnliche Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Dr. Stehle. „Gleichzeitig ist es unser Anspruch, die Transplantationsmedizin auch unter anspruchsvollen Bedingungen nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Dass dieser Anspruch mit erheblichen strukturellen Herausforderungen verbunden ist, machte Prof. Dr. Sebastian Hinz, Sprecher des Transplantationszentrums der Universitätsmedizin Rostock, deutlich. „Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Mindestmengen stellen uns kontinuierlich vor große Aufgaben. Dennoch sind wir zuversichtlich, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern und der Landesregierung weiter eine tragfähige Perspektive für unser Transplantationszentrum sicherzustellen“, erklärte Prof. Hinz. „Unser Ziel bleibt es, Patientinnen und Patienten im Land auch künftig eine hochqualifizierte transplantationsmedizinische Versorgung anzubieten.“

Die Vorträge und Diskussionen auf dem Jubiläumssymposium spannten den Bogen von den Anfängen der Nieren- und Lebertransplantation in Rostock über aktuelle medizinische und gesundheitspolitische Fragestellungen bis hin zu den künftigen Anforderungen an die transplantationsmedizinische Versorgung. Dabei wurde deutlich, dass die enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Rostock, den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie den Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen eine wesentliche Grundlage für die langfristige Sicherung des Transplantationsstandorts bildet.