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1500. Nierentransplantation am Klinikum der Universität Rostock: Operation der 65-Jährigen verlief komplikationslos

15. December 2010

Die Urologische Universitätsklinik Rostock meldet ihre 1500. Nierentransplantation. Empfängerin der Niere ist eine 65-Jährige, die sich seit sechs Jahren Dialysebehandlungen unterziehen musste und vier Jahre lang auf eine Nierentransplantation gewartet hatte.

Sie erhielt die Niere einer etwa gleichaltrigen hirntoten Spenderin, die eine akute Hirnblutung erlitten hatte. Die Entnahme der Nieren erfolgte in einem anderen Klinikum des Landes, die Vermittlung wurde im Rahmen des SENIOR-Programms von „Eurotransplant“ ermöglicht, bei dem Nieren von über 65-jährigen Organspendern an ebenfalls über 65-jährige Empfänger vermittelt werden. „Die Transplantation erfolgte bereits am 28. Oktober 2010 und verlief komplikationsfrei. Die Nierenfunktion des Transplantates setzte unmittelbar ein“, so Klinikdirektor Professor Dr. Oliver Hakenberg. Bereits nach zwölf Tagen konnte die Patientin nach Hause entlassen werden. Sie erfreut sich inzwischen guter Gesundheit und befindet sich zurzeit zu einer regulären Nachuntersuchung in der Urologischen Universitätsklinik Rostock.

 

Die erste Niere wurde bereits 1976 in der Urologischen Universitätsklinik Rostock 1976 transplantiert. Damit gehörte Rostock zu den Vorreitern in der DDR. Das Universitätsklinikum Rostock ist das einzige Transplantationszentrum von Mecklenburg-Vorpommern. Nieren werden am häufigsten transplantiert: pro Jahr zwischen 50 und 65, die Mehrzahl stammt von hirntoten Spendern. Der verbleibende Anteil bezieht sich auf Lebendnierenspenden von nahen Angehörigen. Diese wird in Rostock seit 1995 praktiziert, ist kontinuierlich gestiegen und liegt heute bei 10 Prozent aller Nierentransplantationen. Vor zwei Jahren wurde die blutgruppenungleiche Nierenlebendspende in Rostock mit einem eigenen Verfahren der Antikörperentfernung mit guten Erfolgen etabliert. „Nur wenige Einrichtungen in Deutschland haben ähnlich große Zahlen und Erfahrungen in der Nierentransplantation vorzuweisen“, so Professor Hakenberg.

 

Noch immer warten wesentlich mehr Patienten auf eine Niere als es verfügbare Organspenden gibt. Viele potenzielle Empfänger versterben in der Zeit, in der sie auf eine Niere warten. „Eine Steigerung der lebensrettenden Organtransplantationen ist nur möglich durch eine größere Bereitschaft in der Bevölkerung, sich als potentieller Organspender im Falle eines schweren Unfalles oder des Hirntodes registrieren zu lassen“, appelliert Professor Hakenberg.