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Aktuelles

2. Psychiatrieforum am 21. Juni 2012 an der Universitätsmedizin Rostock soll Demenz-Netzwerk stärken

13. June 2012

Am 21. Juni 2012 sind Mediziner, sozialpsychiatrische Experten, Pflegekräfte und Angehörige von Demenzkranken aufgerufen, sich am 2. Psychiatrieforum in Rostock zu beteiligen.

Die Veranstaltung soll alle an der Behandlung und Pflege von Demenzkranken beteiligten Personen zusammenführen. „Wir wollen die Kolleginnen und Kollegen zu einem Austausch einladen, um nachhaltige Anregungen für die Behandlung und Betreuung von Demenzkranken sowie für Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern zu geben“, so Professor Dr. Stefan Teipel, Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Rostock/Greifswald. Angesprochen sind Teilnehmer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern. Organisiert wird die Veranstaltung durch das DZNE in Rostock/Greifswald, das Institut für Sozialpsychiatrie MV, die Universitätsmedizin Rostock, die GGP Rostock, den AWO-Sozialdienst Rostock gemeinnützige GmbH, den Landesverband Sozialpsychiatrie MV und das Department „Altern des Individuums und der Gesellschaft“ der Universität Rostock.

 

Geleitet wird die Veranstaltung von Professor Dr. Johannes Thome, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Rostock, sowie Prof. Ingmar Steinhart, Direktor des Instituts für Sozialpsychiatrie MV e.V.. Als Redner wurden namhafte Referenten wie Dr. Barbara Romero vom Institut für Selbsterhaltungstherapie in Berlin und Sabine Jansen, Geschäftsführerin des Dachverbandes der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, eingeladen. „Allerdings stehen bei der Veranstaltung nicht nur Vorträge im Vordergrund“, so Dorothea Reinmuth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DZNE. „Um den aktiven Erfahrungsaustausch der Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zu ermöglichen, werden praxisnahe Workshops zu verschiedenen Themen angeboten.“ 

 

Die zunehmende Zahl von Demenzerkrankten ist eine Herausforderung für das Gesundheitssystem des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seine gesellschaftlichen Ressourcen. Besonders stark gefordert und eingebunden sind Familien und pflegende Angehörige der Demenzerkrankten, die einen Großteil der Pflege und Unterstützung leisten.

 

Auch nach zwei Jahrzehnten intensiver Forschung steht noch kein ursächlich wirksames Behandlungsverfahren zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, die derzeit verfügbaren Behandlungsansätze zu bündeln und im Interesse der Patienten und ihrer Familien einzusetzen. „Mecklenburg-Vorpommern mit seinem spezifischen demographischen Wandel macht heute schon Erfahrungen, die in anderen Bundesländern erst in der Zukunft anstehen“, sagt Prof. Teipel. „Uns geht es jetzt vor allem um die bessere Vernetzung aller Akteure. Das Bewusstsein für die Vielfalt pflegerischer Ansätze bei der Behandlung der Demenz muss erst wachsen.“ 

 

Ein übergreifender Ansatz zur Behandlung einer Demenzerkrankung wurde erstmalig im deutschsprachigen Raum im Konzept der Selbsterhaltungstherapie nach Barbara Romero formuliert und auf eine evidenzbasierte Grundlage gestellt. Grundidee der Selbsterhaltungstherapie ist es, die bestehenden Ressourcen des Patienten zu stärken und seine Umgebung darin zu unterstützen, mit den kognitiven und verhaltensbedingten Defiziten im Rahmen der Demenzerkrankung umzugehen. Adäquate Gestaltung der Umgebung, kompetenzzentrierte Anleitung der Angehörigen und Sinn gebende Aktivitäten sind wesentliche Bestandteile dieses Ansatzes. „Dafür ist es ist wichtig, dass die Träger unterschiedlicher Angebote eng miteinander kooperieren, damit die Hilfekonzepte abgestimmt sind. Somit werden passgenaue Arrangements für Betroffene und Angehörige möglich“, sagt Prof. Steinhart. Auch Torsten Benz, Geschäftsführer der GGP mbH Rostock betont, dass die Versorgungsstruktur gerontopsychiatrisch erkrankter Menschen ihr Potential noch längst nicht ausgeschöpft hat.

 

Das Rostocker Psychiatrieforum ist ein einrichtungsübergreifend organisiertes Angebot, das von vielen Akteuren der Rostocker Psychiatrie konzeptionell entwickelt und organisatorisch getragen wird. Es hat sich als fachliche und interdisziplinäre Plattform zur Diskussion psychiatrischer Themen – auch mit überregionaler Ausstrahlung – etabliert.