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Bewegungstherapie verringert Nebenwirkungen für Krebskranke

15. February 2019

Patientin Ute Kalinowski (m.) geht es nach jeder Sporteinheit besser. Dr. Christina Große-Thie (l.) und Dr. Sabine Felser wollen die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Trainingsstudie für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren an der Universitätsmedizin Rostock

Dass Krebspatienten sich körperlich schonen sollen, ist längst veraltet. Neueste Studien belegen, dass onkologische Patienten, die an einem Bewegungsprogramm teilnehmen, während der medizinischen Therapie weniger Nebenwirkungen haben und sich dadurch der Behandlungsverlauf verbessern kann. Damit zukünftig auch Krebspatienten des Onkologischen Zentrums der Universitätsmedizin Rostock von individuellen Bewegungstherapien profitieren können, arbeiten Onkologen, Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten in einem interdisziplinären Team zusammen. „Ein individuelles und zielorientiertes Training kann die Leistungsfähigkeit fördern, die Psyche des Patienten verbessern und dadurch die Lebensqualität der Patienten erhöhen“, sagt Dr. Christina Große-Thie von der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Rostock. So können durch die Bewegungstherapie beispielsweise das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) sowie Angst und Depression reduziert werden. Das Training steigert außerdem das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit. „Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen legen sogar nahe, dass körperliche Aktivität bei bestimmten Krebsarten das Risiko eines Rückfalls senken kann“, so die Oberärztin. Dieser Erkenntnisgewinn der letzten Jahre habe dazu geführt, dass die Bewegungstherapie als ein fester Bestandteil im Behandlungskonzept der onkologischen Patienten angesehen wird.

Dr. Sabine Felser (Sportwissenschaftlerin) und Kirsten Rohde (Physiotherapeutin) sind zwei speziell für die onkologische Trainings- und Bewegungstherapie ausgebildete Therapeuten. Beide führen aktuell eine erste Bewegungsstudie für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren durch. Oberärztin Dr. Christina Große-Thie leitet die Studie, die zusammen mit der „Selbsthilfegruppe für Tumor im Mund, Kiefer, Gesicht und Hals“ initiiert wurde. In der Studie wird ein Trainingsprogramm erarbeitet, das speziell auf die Bedürfnisse von Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich zugeschnitten ist. Dieses Programm soll später auch anderen Krebspatienten helfen. Sieben Patienten aus der Selbsthilfegruppe haben das Trainingsprogramm bereits erfolgreich durchlaufen. „Dass Sport gut ist, wussten wir. Aber dass diese speziellen Übungen sich schon nach der ersten Einheit so positiv auf die Beweglichkeit auswirken, damit hat keiner von uns gerechnet. Deshalb werden wir dieses Bewegungsprogramm als Gruppe auch weiter betreiben,“ so Ute Kalinowski, Leiterin der Selbsthilfegruppe für Tumor im Mund, Kiefer, Gesicht und Hals.

Interessierte Patienten mit Tumoren im Kopf-Halsbereich können weiterhin an der Trainingsstudie teilnehmen. Bei Eignung können sie nach einem Eingangstest kostenlos an dem zwölfwöchigen Trainingsprogramm unter professioneller Anleitung teilnehmen.

Infos zur Studie unter: https://onkozentrum.med.uni-rostock.de/neuigkeiten/

Kontakt: Dr. Sabine Felser, Tel.: 0381 – 494 / 7593