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Entspannung und Therapie: Patientengarten wächst und sucht Unterstützer

30. May 2014

Bänke aus Baumstämmen, mit Mulch bestreute Wege und hier und da eine Erdbeerpflanze: Auf rund 1000 Quadratmetern auf dem Gelände des Zentrums für Nervenheilkunde der Rostocker Universitätsmedizin entsteht eine blühende Oase für Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Das Ensemble aus Kräuterhochbeet, Sitzecke, Tastpfad und Obstbäumen soll sowohl Erholung als auch Therapie ermöglichen. 

„Zu DDR-Zeiten wurde hier noch richtig für die Klinik gewirtschaftet“, berichtet Elke Langschwager von der hauseigenen Gärtnerei. „Damals war das Areal eine Nutzfläche mit Gemüse- und Kräuteranbau. Die Patienten haben mitgeholfen und sich um Anzucht und Pflege gekümmert.“ Nachdem die Küchen durch die Einführung des Caterings aufgelöst wurden, gab es für einen reinen Wirtschaftsgarten keinen Bedarf mehr. 

Seit Herbst 2011 wird wieder daran gearbeitet, die alte Gärtnerei so umzugestalten, dass sie für Patienten und Mitarbeiter erlebbar wird. Nach Bodenvorbereitungen wurden seither Stauden gepflanzt und Kräuterbeete angelegt. Die Besucher können mittlerweile auf Bänken Platz nehmen oder barfuß über die Wege streifen. „Die Patienten kommen gern her und genießen die Ruhe“, berichtet Kollegin Anke Millan. Durch eine große Hecke sei das Areal ein bisschen abgeschottet vom Rest. „Die Löwenmäulchen blühen zwar noch nicht“, sagt Millan. „Aber ab Juli sprießt und duftet hier alles.“ Letztes Jahr hat das Gärtnerteam neben Lorbeer, Paprika und Rosmarin auch Chilipflanzen angebaut. „Da wollten viele Patienten gleich mal probieren. Manch einer holt sich dabei noch ein paar Inspirationen für den eigenen Garten.“

Die Planungen für dieses Jahr sehen noch eine Pergola für Weintrauben vor. „Zum Naschen“, betont Elke Langschwager. „Bisher graben wir die Weinpflanzen noch mitten auf dem Feld ein, das ist keine Langzeitlösung.“ Auch für eine Beschilderung fehlt noch Geld. Extramittel aus dem Topf für den gesamten Parkanlagenbedarf stehen dem Patientengarten nicht zur Verfügung. „Darum haben wir ein eigenes Spendenkonto eingerichtet“, erzählt Langschwager. „Wir hoffen auf Unterstützung.“

Den schönsten Job der Welt habe sie sich ausgesucht, findet Elke Langschwager. Seit 1982 arbeitet die 52-Jährige an der Universitätsmedizin. Gemeinsam mit ihren sieben Kollegen, darunter vier Schwerbehinderte, kümmert sie sich hier um „alles, was grün ist“. „Ein tolles Kollektiv“, sagt die Chefin gerührt. Auch aus dem Kontakt zu den Patienten, die ihre Anlagen besuchen, zieht die Gärtnerin Kraft. „Kürzlich kam eine ältere Frau in den Patientengarten. Ich hatte etwas Zeit und wollte ihr ein paar schöne Pflanzen zeigen“, berichtet sie. „Aber sie wusste selbst bestens bescheid. Also lief es umgekehrt – sie hat mir alles vorgeführt.“