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Experte für Blase, Nieren und Prostata: Professor Hakenberg übernahm die Leitung der Urologischen Klinik

25. January 2007
AINS

Seit kurzem hat die Urologische Universitätsklinik in Rostock einen neuen Direktor: Professor Dr. Oliver Hakenberg löste Professor Dr. Hansjörg Seiter ab, der sich in den Ruhestand verabschiedete.

 

Professor Hakenberg kommt als Experte für urologische Erkrankungen und als versierter Operateur nach Rostock, wo er unter anderem das einzige Zentrum für Nierentransplantationen in Mecklenburg-Vorpommern weiterführen wird. Professor Hakenberg ist Spezialist für Prostatakrankheiten und Inkontinenz, der auch öffentlich gegen Tabus, Klischees und falsche Rollenmodelle auftreten will. Speziell will der Mediziner etwa auf Probleme beim älteren Mann sowie die nicht ausreichend praktizierte Früherkennung des Prostatakrebses aufmerksam machen. „Die Urologie ist ein sehr vielseitiges Fach“, sagt Professor Dr. Oliver Hakenberg, „als Urologe ist man zwar auch ‚Männerarzt’, aber weit mehr als nur das“. Als Urologe habe man es mit Frauen, Männern und Kindern gleichermaßen zu tun, auch das Spektrum der Therapien sei mit der Möglichkeit operativer und konservativer Eingriffe ungewöhnlich breit. „Das habe ich schon immer interessant gefunden“, sagt der Mediziner, der aus Westfalen stammt, in Freiburg seine Facharztausbildung absolvierte und zuletzt zehn Jahre als Oberarzt an der Urologie des Universitätsklinikums Dresden tätig war. Professor Hakenberg ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Seit kurzem arbeitet der Arzt in Rostock, wo er als Direktor die Leitung der Urologischen Universitätsklinik übernahm. Professor Hakenberg folgt in diesem Amt Professor Dr. Hansjörg Seiter nach, der in den Ruhestand ging. Als operativer Urologe leitet Professor Hakenberg auch das einzige Zentrum für Nierentransplantationen in Mecklenburg-Vorpommern, das im vergangenen Oktober sein 30jähriges Jubiläum feierte. Spezialisiert hat sich Professor Hakenberg unter anderem auf die Behandlung von Prostata-Krankheiten, etwa auf die operative Entfernung der Vorsteherdrüse bei Prostatakrebs unter Erhaltung von Schließmuskelfunktion und Potenz. Insgesamt nehme die Behandlung bösartiger Erkrankungen heute in der Urologie einen sehr breiten Raum ein, sagt Hakenberg, ein besonderes Interesse habe er auch an der operativen Behandlung von Blasenkrebs und der Schaffung von Darmersatzblasen bei Männern wie Frauen. Wissenschaftlich arbeitet Professor Hakenberg an Früherkennungsmethoden für den Blasenkrebs sowie an neuen Therapieformen auch der gutartigen Prostatavergrößerung. Von großem Interesse sind für den Mediziner Volkskrankheiten wie die Inkontinenz. „Hier besteht nach wie vor besonders bei Frauen eine Scheu, zum Arzt zu gehen“, so Professor Hakenberg. Um Tabus abzubauen und Menschen zu sensibilisieren, will er verstärkt in Patientenveranstaltungen auf erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten hinweisen, die er an der Klinik einführen will. In diesem Zusammenhang sieht sich Professor Hakenberg auch in der Rolle des „Männerarztes“. „Männer sind gesundheitlich oftmals größeren Risiken ausgesetzt als Frauen“, sagt der Mediziner. „Sie leben risikoreicher und weniger gesundheitsbewusst.“ Dies führe unter anderem zu einer deutlich kürzeren Lebenserwartung bei Männern als bei Frauen. Professor Hakenberg sieht hier auch Ungleichgewichte bei der Krankheitsvorsorge. Zum Beispiel werde viel Energie auf die Etablierung von Brustkrebsvorsorge bei Frauen verwandt, während bei der Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung des Prostatakrebses, der häufigsten Krebsart des Mannes, die Bestimmung des PSA-Wertes, eines wichtigen Tumormarkers, bislang nicht von den Kassen getragen wird. Hinzu kommen häufig vernachlässigte Probleme namentlich des alternden Mannes, der ebenso wie die Frauen zum Beispiel unter hormonellen Umstellungen leiden könne. „Als Folge eines Testosteronmangels kann bei älteren Männern verstärkt Osteoporose auftreten“, so Professor Hakenberg. Als Mediziner wolle er diesbezüglich an der Beseitigung von Klischees und falschen Vorstellungen arbeiten.