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Freiheitskämpfer aus Libyen werden am Universitätsklinikum Rostock behandelt

16. November 2011

Sechs Freiheitskämpfer aus Libyen werden derzeit am Universitätsklinikum Rostock behandelt. Die jungen Männer leiden vor allem unter den Folgen von Schussverletzungen und befinden sich auf Stationen der Unfallchirurgie.

Trotz teils schwerer Verletzungen seien die Patienten psychisch in relativ guter Verfassung und stabil, so Professor Dr. Thomas Mittlmeier, Leiter der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

 

Bei den Schussverletzungen handele es sich hauptsächlich um durchschossene Gliedmaßen. Teilweise wurden dabei auch Nerven verletzt, so dass die Patienten kein Gefühl mehr in den betroffenen Armen oder Beinen haben und nicht entsprechend bewegungsfähig sind. Bei einem Patienten wurde die Wirbelsäule schwer verletzt und das Rückenmark durchtrennt. Einem weiteren Mann musste durch den Rostocker Neurochirurgen Professor Dr. Jürgen Piek ein Geschoss aus dem Kopf entfernt werden.

 

„Wir nehmen vor allem so genannte rekonstruktive Eingriffe vor“, sagt Professor Mittlmeier. Die Patienten kamen nicht direkt nach Kampfhandlungen nach Deutschland, sondern wurden bereits längere Zeit in Tunesien vorbehandelt. In Rostock werden die Verletzungen erneut diagnostiziert und dann adäquat therapiert.

 

Die Patienten müssen voraussichtlich noch ein bis zwei Wochen in der Klinik bleiben. Den Transport von Tunesien nach Deutschland hatte das Unternehmen Almeda GmbH übernommen. Nach Angaben des Unternehmens seien der Transport und die medizinische Koordination in Deutschland „im Rahmen des Gesundheitsplans des libyschen Übergangsrats für Verletzte der libyschen Revolution“ im Auftrag des „Temporary Financing Mechanism (TFM)“ vorgenommen worden.