header

Aktuelles

Für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

04. June 2019

Rostocker Assistenzarzt Felix Bock begleitet sterbende Patienten

Rostock/Südstadt – Felix Bock begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg. Der Assistenzarzt an der Strahlenklinik der Universitätsmedizin Rostock opfert seine freie Zeit, um schwerkranken Menschen etwas zurückzugeben. Für sein unermüdliches Engagement wurde der junge Mann von der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ausgezeichnet. Er ist einer von deutschlandweit 95 jungen Leuten, die eine Anerkennungsurkunde erhalten haben, und der einzige Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern. Um die Hospizarbeit besser zu würdigen, haben der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e. V. und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. zusammen mit der Bundesärztekammer eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen.

Der Rostocker Assistenzarzt hat sich bewusst für die Hospizarbeit entschieden und eine Ausbildung zum Sterbebegleiter beim ökumenischen ambulanten Hospiz- und Kinderhospizdienst Rostock. „Ich möchte die Menschen nicht nur als Arzt durch die Therapie begleiten, sondern auch erfahren, wie es ihnen emotional geht und was sie bewegt“, begründet er. Bis zu fünf Patienten im Jahr begleitet Bock in ihren letzten Lebenswochen oder -monaten. „Wir nähern uns langsam an, lernen uns kennen und verbringen etwas Zeit zusammen“, sagt der Assistenzarzt. Kleine Spaziergänge im Grünen oder gemütliche Filmeabende stehen dann auf dem Programm. „Ich richte mich da nach den Wünschen des Patienten.“ Dabei baue sich hin und wieder eine Freundschaft auf, die aber auch ihre Grenzen hat. „Die Person, die ich begleite, kann ganz offen mit mir sprechen, ich gehe damit vertrauensvoll um“, sagt Bock. Zu manch einem baut sich eine Verbindung auf, die auch über den Tod hinausgeht. „Vereinzelt habe ich dann noch Kontakt zu den Angehörigen des Verstorbenen.“

Nur wenige junge Menschen entscheiden sich dafür, Sterbebegleiter zu werden, obwohl der Bedarf der Patienten groß ist. Das bedauert Felix Bock. „Ich gehe aus jeder Begleitung gestärkt heraus und blicke nun anders auf das Leben“, erklärt er und möchte diese Erfahrungen mit anderen jungen Leuten teilen. Aus diesem Grund plant er für die Medizinstudenten der Unimedizin Rostock ein Wahlpflichtfach unter dem Titel „Kommunikation am Krankenbett - Eine Frage der Haltung“. Er möchte den angehenden Ärzten aufzeigen, wie sie sich in schwierigen Situationen mit dem Patienten richtig verhalten und wie sie auf seine Bedürfnisse eingehen können. Den Kurs organisiert er zusammen mit Dr. Anett Seifert, Stationsärztin der Strahlentherapie und Katrin Machka, Sterbe- und Trauerbegleiterin sowie weiteren Gastdozenten aus verschiedenen unterstützenden Bereichen.