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Aktuelles

Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2010, 9.00 Uhr: Kranzniederlegung am „Euthanasie“-Mahnmal vor dem Zentrum für Nervenheilkunde

26. January 2010

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird um 9.00 Uhr am Mahnmal vor dem Zentrum für Nervenheilkunde des Universitätsklinikums Rostock ein Kranz niedergelegt.

„Damit möchten wir an die Opfer von Zwangssterilisation und ‚Euthanasie’ während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern“, sagt Dr. med. Ekkehardt Kumbier von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

 

„Auch Patienten unserer Klinik waren Leidtragende der Verbrechen gegenüber psychisch Kranken und Behinderten“, so Dr. Kumbier weiter. „Es liegt in unserer Verantwortung, sich des Schicksals der Opfer zu erinnern, zur bleibenden Achtung ihrer Würde und zur Mahnung.“ Dr. Kumbier ist Mitglied einer Arbeitsgruppe aus Medizinern und Historikern der Universität Rostock, die sich mit der Aufarbeitung der so genannten Euthanasie in Mecklenburg beschäftigt.

 

In jener Zeit wurden in Deutschland mehr als 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Zwischen 1940 und 1945 wurden ca. 300.000 psychisch kranke und behinderte Menschen umgebracht. Auch aus der Rostocker Nervenklinik wurden Patienten abtransportiert. Wie viele von ihnen umgebracht wurden, wird derzeit untersucht. Dafür werden die Euthanasiepatientenakten des Bundesarchivs in Berlin sowie die Akten von sechs Anstalten ausgewertet, in denen Patienten ermordet wurden. Gegenstand sind außerdem die noch vorhandenen Aufnahmebücher aus Rostock sowie die ebenfalls erhaltenen Diagnosekarten. Bisher sind 46 Rostocker Patienten namentlich bekannt, die der Tötung zum Opfer fielen.

 

Das im Januar 2009 Jahr eingeweihte Mahnmal wurde von dem Künstler Christian Cordes entworfen. Dem schlichten hellen Steinquader sind an den Seiten die Worte „Erinner“ und „Vergiss“ eingearbeitet. An der Oberseite sind unter einer Glasscheibe Reproduktionen von historischen Dokumenten und erläuternde Texte angebracht.