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Impfung soll Patienten mit Hirntumor Hoffnung geben: Alexander-Karl-Preis für Arbeitsgruppe aus Rostock

14. December 2010

Hirntumore gehören zu den besonders gefürchteten Krebsarten. Bei dem sogenannten Glioblastom überlebt nicht einmal die Hälfte der Betroffenen nach der Diagnose fünf Jahre oder länger.

„Manche Hirntumoren haben noch immer ganz schlechte Heilungschancen“, bestätigt Privatdozent Dr. med. Carl Friedrich Classen, Oberarzt der kinderonkologischen Station der Rostocker Universitäts-Kinder- und Jugendklinik. Seit mehreren Jahren erforschen Dr. Classen und die Diplom-Biologin Christina Susanne Mullins deshalb mit ihrem Team die Möglichkeiten der so genannten Tumorimmunologie: Dabei geht es darum, körpereigene Kräfte gegen den Krebs zu mobilisieren.

 

Das derzeit erforschte Verfahren einer Anti-Krebs-Impfung erscheint erfolgversprechend. Dabei werden aus frisch gewonnenem Tumorgewebe Extrakte gewonnen, die mit so genannten dendritischen Zellen wieder in den Körper zurückgegeben werden. Diese stimulieren im Körper „Killerzellen“, die dann die Krebszellen angreifen. Eingesetzt wird das Verfahren bereits in Leuven in Belgien, zukünftig soll es in Rostock erstmals etabliert werden.

 

Kürzlich wurde nun dem Rostocker Forschungsprojekt Anerkennung von der Stiftung „Tumorforschung Kopf-Hals“ in Wiesbaden zuteil. Sie verlieh den Rostocker Forschern den mit 50.000 Euro dotierten Alexander-Karl-Preis zur Hälfte. Die Stiftung setzt sich seit 18 Jahren für die Entwicklung von neuen Behandlungsverfahren gegen Krebs ein. Laut Stiftung erkranken in Deutschland jährlich 16.000 Menschen an einem Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Neue Therapien seien angesichts der immer noch geringen Überlebenschancen eine Frage über Leben und Tod. „Mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten leisten die Preisträger einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Forschung von Tumoren im Hals-Kopfbereich“, betonte der Vorsitzende des Kuratoriums, Otto Boehringer.