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Intelligente Implantate – Forscher aus der ganzen Welt tagen in Rostock

22. April 2015

Für Prof. Joachim Rychly ist es die letzte große Tagung: Im Mai verabschiedet sich der Forscher nach 36 Jahren an der Unimedizin in den Ruhestand.

160 Beiträge wurden angemeldet, ein Rekord. Für den Gastgeber ist es das letzte große Symposium.

Forscher aus der ganzen Welt erwartet die Universitätsmedizin Rostock vom 6. bis 8. Mai in der Hansestadt. Intelligente Implantate, die Zellen beeinflussen und Infektionen verhindern, sind Thema auf dem fünften Symposium „Interface Biology of Implants“ im Kurhaus Warnemünde.

Organisiert wird das Symposium seit 2003 vom Arbeitsbereich Zellbiologie der Unimedizin. Laut Symposiumsleiter Prof. Dr. Joachim Rychly werden auf der interdisziplinären Tagung angewandte Forschung und Grundlagenforschung miteinander verknüpft. Angesehene Biologen und Mediziner kommen dabei ebenso zu Wort wie Wissenschaftler, die sich mit Materialien beschäftigen. „Heutzutage geht es nicht mehr nur darum, Implantate zu entwickeln, die ein Gelenk ersetzen“, erklärt Rychly. „Sie können mehr.“ 

So beschäftige man sich zunehmend damit, wie die Materialeigenschaften von Implantaten das Wachstum von Zellen und Stammzellen beeinflussen. „Je mehr wir darüber wissen, desto gezielter können wir intelligente Implantate entwickeln, die eine Heilung fördern“, sagt der Forscher. 

Ein Ziel besteht darin, Oberflächen für künstliche Gelenke zu schaffen, an denen sich keine Bakterien ansiedeln können. Auch das Zellbiologie-Team um Rychly forscht nach geeigneten Materialien – wie Kupfer. „Der Stoff wird einerseits in Zellen für das Wachstum benötigt“, so der Experte. „Andererseits ist es giftig für Bakterien und könnte dadurch Infektionen vermeiden.“

Forschungsgedanken wie diese sollen auf dem Symposium mit Erkenntnissen aus der Praxis verwoben und weiterentwickelt werden. Die Rostocker Tagung zählt zu den weltweit bedeutendsten auf dem Gebiet. Rund 200 Gäste aus 32 Ländern werden erwartet, mehr als 160 wissenschaftliche Beiträge sind angemeldet, so viele wie nie zuvor.

Für Rychly ist das Symposium die letzte große Tagung, die er organisiert: Der 67-Jährige verabschiedet sich zum Mai nach 36 Jahren an der Universitätsmedizin in den Ruhestand.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Joachim Rychly, Arbeitsbereich Zellbiologie, Universitätsmedizin Rostock, Tel.: 0381/ 494 5730