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Junge Autorin stellt Buch an Rostocker Unimedizin vor

09. January 2020
Autorin Sonja Marschall und Stationsleitung Katrin Zwierz

Autorin Sonja Marschall und Stationsleitung Katrin Zwierz

Die jungen Patienten und ihre Eltern lauschen der Geschichte von Lotte

Die jungen Patienten und ihre Eltern lauschen der Geschichte von Lotte

Blutkrebs häufigste Krebsform im Kindesalter / Großteil kann geheilt werden

Lotte hat Krebs. Ihre Mutter erklärt ihr, dass der Arzt etwas in ihrem Blut gefunden hat, was da nicht hingehört: „Ein bisschen so wie Zucker in der Suppe oder wie Apfel im Ketchup.“ Also muss Lotte ins Krankenhaus, damit ihr Blut wieder sauber wird und sie gesund. So beginnt das Kinderbuch „Lotte und die Chemo-Männchen“, in dem die Protagonistin auf ihrem Weg von der Diagnose bis zur erfolgreichen Chemotherapie begleitet wird. Die 17-jährige Autorin Sonja Marschall hat das Buch jetzt an der Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock vorgestellt.

„Leukämie gilt als die häufigste Krebsform im Kindesalter“, sagt Prof. Dr. Carl Friedrich Classen, Leiter der Kinderonkologie an der Rostocker Unimedizin. Drei Viertel der Kinder könnten heute geheilt werden. „Allerdings meist durch langwierige, eingreifende und komplizierte Therapien“, so der Experte. „Das wunderbare Buch wird sicher vielen jungen Patienten dabei helfen, ihre Erkrankung zu verstehen und gemeinsam mit uns gegen sie zu kämpfen.“

Einfühlsam, kindgerecht und anschaulich illustriert zeigt Sonja Marschall in ihrem Buch die verschiedenen Facetten der Krankheit Blutkrebs. Sie beschreibt die ersten Symptome und schildert, wie sich Lotte im Klinikalltag zurechtfindet. Damit die Krebszellen wieder aus Lottes Blut verschwinden, braucht sie nämlich Hilfe von den Chemo-Männchen, die ihren Körper wie Bauarbeiter in Ordnung bringen sollen. Warum Lotte dabei ihre Haare verliert, wozu die ganzen medizinischen Geräte benötigt werden und warum die Chemo-Männchen nicht allen Kindern helfen können, wird im Buch auch erklärt. Dafür hat sich die Autorin im Vorfeld von Fachleuten an Kliniken beraten lassen.

Die Idee für das Buch entstand, als die junge Autorin als Babysitterin auf das Mädchen Lotte aufpasste, das an Krebs erkrankt war. „Dabei ist mir aufgefallen, dass es keine Kinderbücher gibt, die dieses Thema wissenschaftlich fundiert und zugleich altersgerecht erklären“, so die gebürtige Frankfurterin bei der Lesung. „Also habe ich selbst eins geschrieben, um der Krankheit ein Gesicht zu geben.“

Für die kleine Lotte im Buch geht die Geschichte gut aus. Sie kann am Ende mit ihrer Familie feiern, dass sie wieder gesund ist.