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Mediziner lernen auf dem Grün: Rostocker Orthopäden veranstalten Golf-Tagung

20. June 2008

Am 27. und 28. Juni 2008 kommen Sportmediziner und Orthopäden zur „Sportorthopädie-Tagung Golfsport“ nach Rostock.

Die Orthopäden des Universitätsklinikums Rostock veranstalten diese Fachtagung, um auf typische Überlastungsschäden, die beim Golf auftreten können, hinzuweisen und Möglichkeiten ihrer Vermeidung aufzuzeigen. Auf dem Programm der Tagung stehen neben Fachvorträgen unter anderem vom ehemaligen Trainer der Frauen-Golf-Nationalmannschaft auch praktische Übungen im Golfresort Wittenbeck bei Kühlungsborn. Nach Angaben der Rostocker Orthopäden ist Golf eine neue Trendsportart, die vor allem älteren Menschen im Zusammenhang mit Wellness-Urlauben angeboten wird. Häufig bekommen es die Mediziner mit Überlastungsschäden bei bereits vorbestehenden Verschleißerscheinungen wie abgenutzten Knie- und Schultergelenken oder mit Bandscheibenvorfällen zu tun. Dies seien Schäden, die sich durch richtiges Verhalten auf dem Golfplatz größtenteils vermeiden lassen.

 

Weite Rasenflächen, kraftvolle Abschläge: Golf ist längst zu einer der Trendsportarten unserer Tage geworden, immer mehr Menschen nutzen Golf als Ausgleichssport. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es 16 Golfclubs bzw. -parks, die im Zusammenhang mit Wellness-Urlauben Touristen ins Gesundheitsland Nummer eins locken. „Weil sich vor allem ältere Menschen für den Golfsport interessieren, bekommen es die Sportmediziner häufig mit klassischen Verschleißerkrankungen zu tun“, sagt Oberarzt Priv. Doz. Dr. med. Peter Diehl von der Orthopädischen Universitätsklinik am Uniklinikum Rostock. In einem Gesundheitsland wie Mecklenburg-Vorpommern sollten gerade die Mediziner auf spezielle Bedürfnisse und Erkrankungen optimal vorbereitet sein, so Priv. Doz. Dr. med. Diehl. Überlastungsschäden im Golf sind vor allem im Schulter- und Ellenbogengelenk zu beobachten – resultierend aus einer falsch durchgeführten Ausholbewegung beim Schlag. Hinzu kommen Probleme mit der Lendenwirbelsäule wegen der intensiven Drehbewegung, die beim Abschlag vollführt werden muss.

 

„Dabei machen die Hobby-Golfer regelmäßig die gleichen Fehler“, so Dr. Diehl. Die häufigsten sind eine zu feste Griffhaltung, eine zu stark nach vorne geneigte Körperhaltung, sowie eine zu verkrampfte Schlagbewegung. Diese Fehler führen zu unphysiologischen Ausgleichsbewegungen die zu Überlastungsschäden führen können. Mit einfach zu erlernenden Techniken können den daraus resultierenden Schäden vorgebeugt werden, sagt Priv. Doz. Dr. Diehl. Derartige Techniken sind Gegenstand der aktuellen Sportmedizinertagung der Rostocker Orthopäden, die sich dem Thema Golfsport widmet. Die Tagung richtet sich an die Sportmediziner und Orthopäden Mecklenburg-Vorpommerns, die im „Gesundheitsland Nummer eins“ häufig Sportverletzungen behandelt müssen. Zu den Referenten der Tagung gehört auch Jan Terwort, ehemaliger Nationaltrainer der deutschen Golf-Frauen.

 

Zu der Sportorthopädie-Tagung werden rund 60 Mediziner erwartet. Neben Vortragsveranstaltungen im Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde ist auch ein Praxis-Kurs im Golfresort Wittenbeck bei Kühlungsborn Teil des Programms. Die Orthopäden des Universitätsklinikums Rostock konnten bereits Erfahrungen mit Veranstaltungen dieser Art sammeln: Im März luden sie Mediziner zur Sportorthopädietagung Eishockey in die Rostocker Eishalle ein.

 

Sportorthopädietagung „Golfsport“ vom 27. – 28. Juni 2008 in Rostock/Warnemünde und Golfresort Wittenbeck.