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Medizinische Herausforderung – Fallot’sche Tetralogie: Internationale Forscher diskutieren in Rostock neue Behandlungskonzepte

28. August 2008

Auf der „Baltic Summeracademy 2008“ diskutieren am 29. und 30. August Mediziner aus dem In- und Ausland neue Behandlungsmöglichkeiten der Fallot´schen Tetralogie. Dabei handelt es sich um einen schweren angeborenen Mehrfach-Herzfehler, mit dem in Deutschland jährlich rund 800 Babys zur Welt kommen.

Insgesamt leiden deutschlandweit mehr als 30.000 Menschen an dieser Fehlbildung.

 

Die Fallot’sche Tetralogie, benannt nach dem französischen Arzt Etienne Fallot, bezeichnet einen Herzfehler mit gleich vier Anomalien: einem Loch in der Herzscheidewand, über das das Blut aus der linken Herzkammer teilweise zurück in die rechte fließt, einer Fehlstellung der Hauptschlagader, einer Verengung der Lungenschlagaderklappe sowie einer Verdickung der Muskulatur der rechten Herzkammer, die aus der vermehrten Arbeit herrührt, die die rechte Kammer leisten muss. Die Folge ist permanenter Sauerstoffmangel im Blut, was zu Schweratmigkeit und typisch blauer Hautfärbung führt. Der Körper versucht der Sauerstoffarmut durch vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen zu begegnen, was wiederum die Thrombosegefahr erhöht. Früher waren Kinder mit diesem Herzfehler nicht lebensfähig. Erst seit den 70er Jahren kann der Defekt operativ behandelt werden.

 

Die erforderlichen langfristigen Behandlungskonzepte sind am Universitätsklinikum Rostock dank der interdisziplinären Kooperation von Kinderkardiologen unter der Leitung von Professor Dr. Matthias Peuster und der Herzchirurgen unter Professor Dr. Gustav Steinhoff und dem Perinatalzentrum Rostock etabliert. „Da ständig neue Möglichkeiten der Katheterbehandlung und Operation von Herzfehlern entwickelt werden, verschiebt sich auch die Grenze des Machbaren immer weiter“, sagt Professor Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie am Uniklinikum Rostock. Erwartet werden zu der Fachkonferenz in Rostock rund einhundert nationale und internationale Teilnehmer: neben Spezialisten aus Deutschland auch Mediziner unter anderem aus England, der Schweiz und den USA.