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Mehr Lebensqualität und erfolgreiche Inklusion durch besseres Hören: Audiologen greifen in Rostock auch gesellschaftspolitische Themen auf

27. February 2013

„Hören im Alter – alternd hören“ ist das Motto der Jahrestagung der Audiologen vom 27. Februar bis 2. März 2013.

Zentrale Themen dieser 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie (DGA), zu der rund 450 Mediziner und Experten für Hörstörungen aus ganz Deutschland nach Rostock kommen, sind unter anderem die Weiterentwicklung der Versorgung der Betroffenen mit unterschiedlichen Hörsystemen und die gesellschaftlichen Konsequenzen besseren Hörens. Das Motto der Veranstaltung entspricht bewusst einer der Profillinien der Universität Rostock und einem Schwerpunkt der HNO-Klinik der Universitätsmedizin Rostock.

 

„Wir freuen uns, dass wir für die Veranstaltung führende Experten auf dem Gebiet des Hörens als Referenten und Diskussionspartner gewinnen konnten“, sagt Tagungspräsident Professor Dr. Hans-Wilhelm Pau, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner“ an der Universitätsmedizin Rostock. Unter den Referenten sei beispielsweise Professor Dr. Dr. Birger Kollmeier, Hörforscher an der Universität Oldenburg. Professor Kollmeier bekam im vergangenen aus den Händen des Bundespräsidenten den renommierten Deutschen Zukunftspreis 2012 für die Entwicklung einer neuen Technologie für „binaurales Hören“, die dem hörgeschädigten Menschen ein räumliches Gehör ermöglicht. 

 

„Die Vorstellung und Diskussion moderner Hörgerätetechnik bzw. neuer Hörsysteme wird ein wichtiges Thema unserer Tagung sein“, so Professor Pau. So werden auch zukünftige Entwicklungen für Cochlear-Implantate besprochen, ebenso wie Möglichkeiten einer individualisierten Medizin. „Es muss darum gehen, Diagnoseverfahren und technische Hilfsmittel immer besser auf die Probleme des Einzelnen zuzuschneiden“, sagt Professor Pau. „Maßgeschneiderte Lösungen“ seien das Ziel, auf das Mediziner, Hörforscher und Hörgeräteentwickler zusteuern müssen.

 

Darüber hinaus sei gerade in der alternden Gesellschaft die Beschäftigung mit Schädigungen des Gehörs wichtig. „Ein noch immer völlig unterschätztes Problem“, sagt Professor Pau. Schlechtes Gehör bedeute nicht nur eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität, sondern auch mangelhafte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Wenn heute über Inklusion diskutiert wird, dann dürfen dabei nicht nur Schulen und Kindergärten in den Blick kommen, sondern auch die Altersheime“, so Professor Pau. „Inklusion braucht in jedem Alter akustische Barrierefreiheit.“

 

27. Februar bis 2. März 2013, 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie, Stadthalle, Südring 90, 18059 Rostock, Programmflyer: www.uzh.ch