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Morbus Hirschsprung: Hoffnung für verzweifelte Eltern

23. May 2022
: Bei Prof. Dr. Stefanie Märzheuser (l.) fühlen sich Marco und Anna, die Eltern der kleinen Patientin Mara, sehr gut aufgehoben.

Bei Prof. Dr. Stefanie Märzheuser (l.) fühlen sich Marco und Anna, die Eltern der kleinen Patientin Mara, sehr gut aufgehoben.

Mama Sonja (r.) ist glücklich, dass ihr Sohn Mattis, die Operation bestens überstanden. Prof. Dr. Stefanie Märzheuser behandelt im Jahr 50 Patienten mit Morbus Hirschsprung

Mama Sonja (r.) ist glücklich, dass ihr Sohn Mattis, die Operation bestens überstanden. Prof. Dr. Stefanie Märzheuser behandelt im Jahr 50 Patienten mit Morbus Hirschsprung

Kinderchirurgin der Unimedizin Rostock auf seltene Fehlbildung spezialisiert

Rostock – Der Start ins Leben ist für Mara und Mattis nicht einfach gewesen. Beide sind mit Morbus Hirschsprung zur Welt gekommen. Sie haben keine Ganglienzellen im Dickdarm. Die Folge: Der Darm kann den Stuhl nicht transportieren und ohne Behandlung würde die angeborene Fehlbildung für beide lebensbedrohlich werden. Prof. Dr. Stefanie Märzheuser ist eine von wenigen Experten in ganz Deutschland, die sich auf die Behandlung von Morbus-Hirschsprung spezialisiert haben. Die Kinderchirurgin leitet seit Kurzem die Abteilung für Kinderchirurgie der Unimedizin Rostock. Eltern kommen mit ihren Kindern aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland für die Behandlung nach Rostock. „Die Eltern haben sehr viel Kummer, weil sie eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich haben, nicht ernstgenommen werden und die richtige Diagnose oftmals spät gestellt wird“, erzählt sie.

In Deutschland werden im Jahr gerade einmal 150 bis 200 Kinder mit Morbus Hirschsprung geboren. Allein 50 Patienten mit dieser seltenen Erkrankung operiert Prof. Dr. Stefanie Märzheuser. Ihr breites Netzwerk an betroffenen Familien hat sie von der Berliner Charité mit an die Ostseeküste gebracht, wo sie zuletzt den Fachbereich Koloproktologie und Inkontinenz leitete.

Fast jeden Tag klingelt ihr Telefon: Am anderen Ende, eine besorgte Mutter oder ein besorgter Vater. Eine von ihnen ist die junge Österreicherin Anna: „Gleich nach der Geburt haben wir gemerkt, dass bei unserer Mara etwas nicht stimmt. Beim Stuhl hat sie sich sehr schwergetan.“ Über das Internet hat sich ihr Lebensgefährte Marco auf die Suche nach Hilfe gemacht und ist über die Sozialen Medien auf die renommierte Spezialistin gestoßen. Schon beim ersten Telefonat kann die Kinderchirurgin erkennen, dass die kleine Mara ein „Hirsch-Kind“ ist, wie sie ihre Patienten liebevoll nennt.

Für die Behandlung ist die österreichische Familie mit Unterstützung des Vereins Flying Hope nach Rostock geflogen. An der Unimedizin Rostock erhielt Mara dann die rettende Operation, die ihr ein normales Leben ermöglicht. Eine zu Beginn entnommene Gewebeprobe stellte sicher, dass der gesunde Darm erhalten bleibt und nur der nicht funktionierende Teil des Darms entfernt wird. „Bei Frau Prof. Märzheuser fühlen wir uns sehr gut aufgehoben, sie ist immer für uns ansprechbar und hat uns wirklich gut beraten“, ergänzt Maras Mama. Die weite Reise hat sich für die Familie am Ende ausgezahlt.