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Neuartiges Dialysesystem: Mehr Zeit für schwerkranke Leberpatienten

25. July 2023
Porträt Prof. Dr. Steffen Mitzner

Prof. Dr. Steffen Mitzner ist maßgeblich an der Studie beteiligt.

Nephrologie der Unimedizin Rostock an europaweiter Studie beteiligt

Menschen mit einem akut-auf-chronischen Leberversagen haben ohne medizinische Behandlung nur eine geringe Überlebenschance. Ursachen für das Organversagen sind häufig langjähriger Alkoholmissbrauch oder bakterielle Infektionen. In einer europaweiten Studie erforscht die Universitätsmedizin Rostock die Funktion eines neuartigen Dialyseverfahrens mit dem Namen Dialive, um die Lebensdauer und Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Prof. Dr. Steffen Mitzner, Leiter der Sektion für Nephrologie, ist als Vertreter des Rostocker Studienzentrum maßgeblich daran beteiligt. Außerdem Teil der Studie sind Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und Österreich. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of Hepatology, dem führenden Fachmagazin auf dem Gebiet der Leberforschung, veröffentlicht.

Das Dialive-Dialyseverfahren ist ein System außerhalb des Körpers, welches eigens für die Behandlung von Patienten mit Leberversagen entwickelt wurde. Während der Studie wurden erstmals Patienten mit verschiedenen Schweregraden einer Leberzirrhose und akut-auf-chronischem Leberversagen mit dem neuartigen Gerät behandelt. Die Patienten erhielten an den ersten drei Tagen jeweils die spezielle Dialyse über eine Dauer von acht bis 12 Stunden. Die Daten wurde mit Patienten verglichen, die eine Standardbehandlung bekommen haben. „Wir konnten ermitteln, dass sich die Organfunktion und somit die Prognose unserer Patienten mit dem Dialive-Dialysesystem deutlich verbessert hat. Die Anwendung des neuen Verfahrens im klinischen Bereich ist für die weitere Entwicklung von Therapien zur Behandlung schwerer Lebererkrankungen ein großer Fortschritt“, erklärt Mitzner.

Bis das System regulär in der Krankenversorgung zum Einsatz kommt, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Dafür sind weitere Forschungen nötig. Die Studie wurde vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union finanziert.

Link zur Veröffentlichung: https://www.journal-of-hepatology.eu/article/S0168-8278(23)00188-5/fulltext