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Neuer Direktor der Neurologie erforscht Parkinson

28. July 2015

Prof. Dr. Alexander Storch sieht für Patienten Hoffnung in der Erforschung von Stammzelltherapien. Foto: Unimedizin Rostock

Stammzelltherapien als Hoffnungsschimmer für Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen

Mit dem 1. August verstärkt sich die Rostocker Universitätsmedizin erneut personell: Prof. Dr. Alexander Storch wird der neue Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie in Gehlsdorf. Der gebürtige Bochumer, der zuletzt an der Uniklinik Dresden tätig war, möchte in der Hansestadt einen besonderen Schwerpunkt auf die neurodegenerativen Erkrankungen legen, bei denen es zu einem Verlust von Nervenzellen im Gehirn kommt. 

„Je älter wir werden, desto mehr steigt das Risiko, dass unser Nervensystem erkrankt“, sagt Storch. „Eine der häufigsten Störungen ist die Parkinson-Erkrankung, bei der ein Absterben spezieller Nervenzellen verschiedene Symptome hervorruft, die im Volksmund gemeinhin unter dem Begriff ,Schüttellähmung‘ bekannt sind.“ Besonders vor dem Hintergrund einer stetig alternden Gesellschaft sei es unumgänglich, solche neurodegenerativen Erkrankungen auf den Prüfstand zu stellen. 

Einen großen Gewinn verspricht sich Storch aus der Erforschung von Stammzelltherapien. „Uns interessiert, ob wir Parkinson mit dieser Methode behandeln können, etwa mit Transplantationen“, sagt er. „Vermutlich noch viel interessanter ist, dass sich mit Stammzellen Modelle erstellen lassen, mit denen wir die Krankheit besser verstehen können. Langfristig könnte das dabei helfen, neue Behandlungswege zu finden.“

In der Neurologie stecke die Stammzellforschung noch in Kinderschuhen, so Storch. „Das Gehirn ist sehr komplex“, sagt er. „Ein Neuron hat bis zu 10 000 Kontakte zu anderen Neuronen. Bei Erkrankungen der Niere müssen hingegen beispielsweise nur drei wesentliche Verbindungen wiederhergestellt werden.“

Licht ins Dunkel des Gehirns zu bringen, ist laut Storch schwierig, aber höchst spannend. „Das Gehirn ist das Organ, das den Menschen als besondere Spezies definiert“, so der Experte. „Dass wir uns selbst erkennen, Sprache verstehen und Werkzeuge benutzen können, wäre ohne komplexe Hirnfunktionen nicht möglich.“ Noch verstehe man zwar nicht in allen Zügen, wie das Gehirn genau funktioniere, aber die breite Spannweite der Neurologie reize ihn. „Bei den Therapiemöglichkeiten haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht“, so Storch. „Heutzutage stellen wir nicht mehr nur Diagnosen und schicken die Patienten dann nach Hause.“ Die Arbeit sei vielfältiger geworden. „Chronisch kranke Patienten betreuen wir fast ein Leben lang über 15 oder 20 Jahre. Bei akuten Problemen wie beispielsweise Schlaganfällen muss hingegen alles ganz schnell gehen, da zählen Sekunden.“ 

1968 in Bochum geboren, hat Alexander Storch sein Medizinstudium in Mainz und Berlin absolviert. In Ulm schloss er seine Facharztausbildung zum Neurologen ab. Seit 2004 war der Mediziner als leitender Oberarzt und später als stellvertretender Klinikdirektor am Universitätsklinikum Dresden tätig. In Rostock möchte er neben den neurodegenerativen Erkrankungen auch die bereits bestehenden Schwerpunkte wie die Neuro-Intensivmedizin, Multiple Sklerose und die Schlaganfall-Behandlung weiter ausbauen. Storch ist Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Kontakt: Prof. Dr. Alexander Storch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Rostock, Tel.: 0381/ 494 9511