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Aktuelles

Neuer Klinikchef setzt auf vollstationäre und tagesklinische Behandlung

20. June 2019

Prof. Dr. Carsten Spitzer übernimmt Leitung der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin

Rostock/Gehlsdorf – Die Universitätsmedizin Rostock begrüßt Prof. Dr. Carsten Spitzer als neuen Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Gehlsdorfer Zentrum für Nervenheilkunde. Er übernimmt die Nachfolge von Prof. Dr. Wolfgang Schneider, der sich im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet hat. „Mit Prof. Spitzer gewinnt die Unimedizin einen ausgewiesenen Experten mit überaus interessanten psychotherapeutischen Forschungsschwerpunkten. Wir freuen uns, ihn bei uns an der Unimedizin begrüßen zu können“, betont Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand.

Die Nähe zur Ostseeküste war ein Grund, warum der gebürtige Nordrhein-Westfale dem Ruf auf die Professur in Rostock gefolgt ist. „Schon während meines Studiums in Greifswald habe ich mich in die Küste verliebt“, sagt er und freut sich auf seine neue Herausforderung als Klinikleiter. Zum Behandlungsspektrum in der psychosomatischen Klinik zählen funktionelle Störungen, also körperliche Beschwerden ohne Organpathologie wie etwa der Reizmagen oder Reizdarm. Auch Menschen mit Angstzuständen, Depressionen oder Essstörungen profitieren von dem therapeutischen Angebot. Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt ist die Krankheitsverarbeitung. „Patienten, die mit einer schweren Erkrankung umgehen müssen, wollen wir unterstützen, damit sie sich möglichst viel Lebensqualität erhalten“, erklärt Spitzer. Um noch besser auf diese Patienten eingehen zu können, strebt der Psychotherapeut eine stärkere Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der klassischen Körpermedizin, etwa aus der Kardiologie, Dermatologie, Gastroenterologie oder der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, an.

Prof. Dr. Carsten Spitzer ist von der sehr guten Ausstattung seiner Klinik überzeugt: „Insbesondere die Tagesklinik ist ein wichtiger Behandlungsbaustein, um die Patienten langsam an das Alltagsleben zu gewöhnen.“ Patienten, die in Not sind, aber nicht vollstationär behandelt werden wollen oder können, haben dort die Möglichkeit, therapeutisch versorgt zu werden. Auch für stationäre Patienten sei die Tagesklinik als Übergang ein hilfreiches Mittel. Professionelle Ansprechpartner sind tagsüber für sie da, während sie sich langsam wieder an ihre häusliche Situation gewöhnen. „Die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall sinkt durch den sanften Übergang in das Alltagsleben“, so Spitzer.

In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit Dissoziation und Psychotraumatologie, empirischer Psychotherapieforschung, strukturellen und Persönlichkeitsstörungen sowie traumatischem Stress und körperlichen Erkrankungen. Auch in der Lehre möchte Spitzer neue Maßstäbe setzen und das bereits gute Angebot für die Medizinstudenten weiter ausbauen. „Ich möchte attraktive Angebote schaffen, um den Nachwuchs für die Psychosomatik zu gewinnen.“

Personalie

Prof. Dr. Carsten Spitzer hat am 1. Mai die Leitung der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Zentrum für Nervenheilkunde der Uniklinik Rostock übernommen. Von 1988 bis 1995 hat er in Aachen und Lübeck Medizin studiert. Anschließend war er an der Unimedizin Greifswald und im Hanse-Klinikum Stralsund tätig. 2005 folgte die Habilitation in den Fächern Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Greifswald und Hamburg war Spitzer seit 2012 Ärztlicher Direktor des Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.