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Neues Teddy-CT bringt Kindern bildgebende Diagnostik näher

29. Mai 2018

Medizintechniker Lars Kolbe (l.) und Tischler Rainer Jürß sind stolz auf ihr Gemeinschaftswerk.

Familientag beim Teddybärkrankenhaus

Rostock/Hansaviertel – Das Teddybärkrankenhaus ist in jedem Jahr ein großer Anziehungspunkt für Kinder aus Rostock und Umgebung. Dort können sie ihre kranken oder verletzten plüschigen Freunde von angehenden Ärzten behandeln lassen. Damit die Kleinen ab sofort einen realistischen Eindruck von der bildgebenden radiologischen Diagnostik bekommen, haben Mitarbeiter der Unimedizin Rostock in Eigenregie einen Computertomographen (CT) nachgebaut.

Vor einigen Jahren hatten Medizinstudenten einen Nachbau aus Pappe mit einem Loch konstruiert, dann konnte die Unimedizin zwischenzeitlich ein geliehenes Mini-CT zeigen, was aber als Leihgabe leider nicht mehr zur Verfügung steht. Die Idee für ein neues Gerät hatte der Medizintechniker Lars Kolbe vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. In seiner Freizeit hat er sich Gedanken gemacht, wie man die radiologische Diagnostik bei der jährlichen Veranstaltung näher in den Fokus rücken könnte. „Wir wollen den Kindern doch die Angst nehmen und zeigen wie spannend die Technik ist“, sagt er.

Schnell war klar, ein neues CT muss her. Und zwar ein besseres, das aussieht wie ein echtes Gerät und bei dem das geliebte Kuscheltier auch tatsächlich in eine Röhre geschoben werden kann.

Am Zeichenbrett hat Kolbe nach der Arbeit einen ersten Entwurf entwickelt und diesen dann bei der hauseigenen Tischlerei der Unimedizin anfertigen lassen. Gemeinsam mit dem Tischler Rainer Jürß vom Dezernat Technik hat er den Entwurf soweit überarbeitet, dass er in die Tat umgesetzt werden konnte. „Die Vorlage für die Vorderseite mit den ganzen technischen Anzeigen habe ich auf eine Hartschaumplatte drucken lassen“, so Kolbe. Anschließend hat Tischler Jürß den abgerundeten Korpus aus Sperrholz gefräst. Für den Ausschnitt der Röhre hat sich der Medizintechniker ein Abfallstück Rohr von der Baustelle des Zentralneubaus direkt nebenan besorgt. Die Bauleitung sei damit direkt einverstanden gewesen. Als Tischvorschub, auf dem der flauschige Patient Platz nimmt, dient eine Schubladenkonstruktion. 

Von der Idee bis zum fertigen CT sind etwa zwei Monate vergangen. Das ganze Gerät wiegt etwa 80 Kilogramm, steht auf Rollen und lässt sich leicht in zwei Teile zerlegen. So kann es unkompliziert transportiert werden und passt durch jede Tür. Gedacht sei das Gerät vorerst als Anschauungsmodell für das Teddybärkrankenhaus. „Aber auch bei anderen Aktionen der Unimedizin wollen wir unser Teddy-CT gerne zeigen“, freut sich Kolbe über das gelungene Gemeinschaftswerk, das nun permanent an der Unimedizin verbleiben kann.

Zum ersten Mal zum Einsatz kommt das Teddy-CT am Sonnabend, 2. Juni, von 9 bis 13 Uhr beim Teddybärkrankenhaus in der Schillingallee 35. Dann ist Familientag und Eltern können mit ihrem Nachwuchs ohne Anmeldung vorbeikommen und deren kuschelige Patienten von den Teddy-Docs behandeln lassen.