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Oberste Klinikmanagerin verlässt Rostock: Bettina Irmscher hat Unimedizin erfolgreich geleitet

15. March 2013

Die Unimedizin Rostock ist mit 3600 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber in der Region Rostock, schreibt seit neun Jahren schwarze Zahlen und ist gut für die Zukunft gewappnet.

Dass das so ist, daran hat Bettina Irmscher, die Kaufmännische Direktorin, großen Anteil. Nach zehn Jahren verlässt die in Hamburg geborene und in der Mainmetropole aufgewachsene Managerin nun Rostock. Sie wechselt zum 1. April 2013 in die gleiche Position des Frankfurter Universitätsklinikums. Die Gründe für ihren Wechsel seien privater Natur, sagt Bettina Irmscher. Für ihre Verdienste um die wirtschaftliche Konsolidierung der Universitätsklinik beziehungsweise der Universitätsmedizin in Rostock war sie 2010 zur „Klinikmanagerin des Jahres“ gewählt worden. Ihr war es gelungen, schon nach einem Jahr ihres Wirkens die Unimedizin aus den roten Zahlen zu holen.

 

 

Das Veränderungstempo im Gesundheitswesen nimmt immer mehr zu. Krankenhausmanager sind deshalb gefordert, Chancen zu erkennen und Veränderungen vorzunehmen. Für Bettina Irmscher ist „das bewusste Gestalten von Veränderungsprozessen das Topmanagement-Thema. Die studierte Betriebswirtin analysiert deshalb immer wieder Abläufe, führte die Trennungsrechnung für jede Klinik ein und schob in Rostock schnell und konsequent Veränderungen an. Nicht im Alleingang. „Ich habe versucht, die Betroffenen mit einzubeziehen, beispielsweise bei der Frage, wie ein zentraler OP und die Intensivversorgung neu organisiert und zusammengeführt werden kann“. Zeitweise blies der heute 55-jährigen ein eisiger Wind ins Gesicht. Sie versuchte aber immer, die Teams mitzunehmen, erklärte, warum beispielsweise in einigen Kliniken Betten abgebaut werden mussten.

 

„Bettina Irmscher agiert und argumentiert immer sehr sachlich und kompetent“, würdigt Staatssekretär Sebastian Schröder (SPD), seines Zeichens Aufsichtsratsvorsitzender der Unimedizin Rostock. Er hebt hervor, dass es ihr gelang, zahlreiche widerstreitende Interessen unter einen kaufmännisch vertretbaren Hut zu bringen.

 

„Da schläft man schon schlecht, wenn Konflikte ausgehalten werden müssen“, sagt die sportliche Frau, die gern mit ihrem Hund in der Natur unterwegs ist und sich so ablenkt vom Alltag. Bei der Unimedizin geht es um ein „großes Unternehmen des Landes“ und im wahrsten Sinne des Wortes die größte Baustelle, sagt Schröder. Als Kauffrau konnte und wollte Frau Irmscher es nicht allen recht machen. „Das wäre auch nicht im Sinne des Aufsichtsrats gewesen“. Ihr Rezept: „Zahlen und Organisationsabläufe erklären, sich jedoch generell aus medizinischen Fragen raushalten“.

 

Aus Sicht der Managerin gibt es an der Unimedizin Rostock zwei Probleme. „Mit dem Bau sind wir nicht schnell genug vorangekommen. Es ärgert mich, wenn Patienten immer noch über den Flur zur Toilette gehen müssen“. Bettina Irmscher wünschte sich „mehr Herzblut und Engagement vom Bauherrn“. Dafür steht das Land mit seinem Betrieb für Bau und Liegenschaften (bbl). Die Klinikmanagerin hatte längst auf Synergien an einem Standort gesetzt, an dem mehrere Kliniken zusammengeführt werden. Bis jetzt Fehlanzeige. Inzwischen beträgt der Bauverzug mehrere Jahre. Und dann gibt es noch ein bundesweites Problem für Unikliniken: „Wir haben zu wenig Investitionsmöglichkeiten für die technische Ausstattung und Medizingeräte“, bedauert die scheidende Managerin, die ihren Trennungsschmerz von Rostock nicht verhehlt.

 

„Frau Irmscher kann stolz sein auf gute wirtschaftliche Jahresergebnisse. Sie hat sich verdient gemacht um die Universitätsmedizin Rostock“, unterstreicht der Aufsichtsratsvorsitzende, „übergibt eine gut geordnete und leistungsfähige Verwaltung“. In diesen Tenor stimmt Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck ein. „Frau Irmscher ist eine beeindruckende Frau mit der Gabe zur tiefgründigen Analyse, ausgezeichnetem Zahlenverständnis und Weitblick“. Der Rektor, seines Zeichens Mediziner, würdigt, dass Bettina Irmscher sich zu hundert Prozent mit der Unimedizin Rostock identifiziert habe und es ihr stets gelungen war, Forschung und Lehre sowie die Krankenversorgung unter einen Hut zu bringen. Vor dem Hintergrund, dass Krankenkassen Spitzenleistungen der Unimedizin nicht immer ausreichend finanziell würdigen, ein besonderer Verdienst von Irmscher. „Von ihr wurde erwartet, dass die Unimedizin Rostock sich weiterentwickeln konnte“, sagt der Rektor. Das sei geschehen.

 

Zu ihren Erfolgen zählt aber auch, dass es trotz Strukturveränderungen ohne betriebsbedingte Kündigungen ging und sie Mitarbeitern auf Wunsch individuelle Arbeitszeiten ermöglichen konnte. Und ein wenig stolz ist sie, dass für die Mitarbeiter der Unimedizin ein betriebseigener Kindergarten auf dem Uni-Campus gebaut werden konnte. Der ermöglicht kreative Beschäftigungen und spielerisch vermittelte Fremdsprachen im Kindergarten-Alltag und bietet zudem für die Mitarbeiter Öffnungszeiten, die dem Schichtdienst des Klinikums weitgehend Rechnung tragen.