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Pfleger entwickeln App für reibungslosen Stationsalltag

17. January 2020
App

Die Pfleger Carl Kabott (links) und Moritz Burmeister präsentieren ihre App.

Unterstützung für Intensivstation / Macher stellen App in Berlin vor

Rostock/Hansaviertel – Der erste Tag auf Station ist für neue Mitarbeiter eine große Herausforderung. Um ihren Kollegen den Einstieg in den Arbeitsalltag zu erleichtern, haben Pflegekräfte der perioperativen Intensivstation (PIT) der Universitätsmedizin Rostock eine eigene App entwickelt. Sie wurde jetzt auf dem Nationalen Fachkongress Telemedizin in Berlin vorgestellt.

„Je besser das Team Bescheid weiß, desto sicherer läuft alles“, sagt Carl Kabott, der die Applikation gemeinsam mit seinem Kollegen Moritz Burmeister erarbeitet hat. „Oft sind die Informationen am Haus auf verschiedene Quellen verteilt – es gibt dicke Aktenordner, unübersichtliche digitale Ablagen, SAP, wechselnde Ansprechpartner oder freie Zettelwirtschaft. All das wollten wir zusammenfassen und übersichtlich darstellen.“ Die App solle damit nicht nur neuen ärztlichen und pflegenden Kollegen den Start erleichtern, sondern auch dazu beitragen, dass kein Wissen verloren geht, wenn mal ein Mitarbeiter das Haus verlässt.

Fast zwei Jahre lang tüftelten die beiden Pfleger in einem Team mit weiteren Kollegen an der App. Herausgekommen ist ein rundes Angebot in ansprechendem Design, das unkompliziert wichtige Daten bereithält. „Der Nutzer kann schnell nachschlagen, wer wofür zuständig ist, wo sich spezielle Geräte befinden und welche Abläufe bei Notfällen eingehalten werden müssen“, so Pfleger Burmeister So zeige die App in Notsituationen, wer zuerst alarmiert werden muss und wo sich der nächstgelegene Notfallkoffer befindet. Wenn sich die Lage entspannt hat, kann der Nutzer außerdem nachschlagen, wie er das Equipment wieder ordnungsgemäß auffüllt und verschließt.

Aktuell pflegen die Mitarbeiter Inhalte in die App ein und feilen an den Feinheiten. „Langfristig möchten wir das Angebot noch erweitern, um mit der App auf aktuelle Veranstaltungen und Weiterbildungen am Haus hinzuweisen“, so Carl Kabott. Außerdem lasse sich die Software auch auf andere Kliniken und Fachbereiche übertragen.

„Eine sinnvolle Ergänzung für unsere tägliche Arbeit mit und am Patienten“, sagt der Leiter der PIT, Prof. Dr. Tobias Schürholz, der das Projekt mit auf den Weg gebracht hat. „Die Zeit, die wir jetzt nicht mehr mit der Suche nach Informationen verschwenden, kommt unseren Patienten zugute.“

Da die App in dieser Form einzigartig ist, wurden die Macher Kabott und Burmeister zum diesjährigen Fachkongress Telemedizin nach Berlin eingeladen. Sie schafften es ins Finale für den Telemedizinpreis.