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Proteine aus Tabakpflanze gegen Lungenentzündung: Rostocker erforschen neuen Wirkstoff als Ersatz für Antibiotika

21. April 2009

In Tabakpflanzen produzierte Proteine könnten Krankheiten wie Lungenentzündung heilen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe aus Rostocker und Potsdamer Wissenschaftlern. Der Wirkstoff wurde künstlich in Tabakpflanzen hergestellt und in Rostock getestet. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass er erfolgreich gegen den Erreger der Lungenentzündung wirkt. Künftig könnten derartige Proteine als Ersatz für Antibiotika eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt in dem internationalen Magazin „Veröffentlichungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA“ veröffentlicht.

 

Die Forschungsgruppe besteht aus Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ralph Bock vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam und der Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Bernd Kreikemeyer vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Rostock. „Das Projekt zielt auf die Entwicklung und Produktion von antibakteriell wirksamen Substanzen in Tabakpflanzen“, erklärt PD Dr. Kreikemeyer. Bei diesen so genannten Phagenlysinen handele es sich um Proteine, die auf krankheitserregende Bakterien wirken und zukünftig als Alternative zum Einsatz von Antibiotika genutzt werden könnten. In dem Forschungsprojekt werden die Tabakpflanzen genutzt, um diese Proteine künstlich herzustellen.

 

Eine Anerkennung der Arbeit der Teams aus Potsdam und Rostock erfolgte jetzt durch die Publikation der wissenschaftlichen Ergebnisse in der renommierten internationalen Fachzeitschrift „Veröffentlichungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA“ („Proceedings of the National Academy of Sciences USA“). Die Herausgeber würdigten das Thema sogar in einer Spezialzusammenfassung im Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. „Diese Ehre wird nur wenigen Publikationen zuteil“, hebt PD Dr. Kreikemeyer hervor.