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Rostock testet innovatives Operationsmikroskop

23. January 2017

Prof. Dr. Robert Mlynski nimmt für die Demonstration ein Modell der Gehörknöchelchen unter die Lupe.

3D-Ansichten kleinster Details bei HNO-Operationen

Ein besonderes Mikroskop ist in der HNO-Klinik „Otto Körner“ der Universitätsmedizin Rostock als täglicher Helfer in Erprobung – weltweit ist es bisher nur in drei medizinischen Einrichtungen im Einsatz. Das neueste Update des „ARRISCOPE“ der Firma ARRI Medical wird in Rostock gerade validiert, seine Eignung und Wirksamkeit für den klinischen Einsatz wird also getestet. Das bisher einzige digitale Mikroskop im klinischen Einsatz setzt eine innovative Kameratechnologie ein, die im Februar in Los Angeles von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) mit dem Scientific and Engineering Award, dem sogenannten Technik-Oscar, ausgezeichnet wird. Das Gerät hatte jetzt beim Neujahrssymposium von ARRI in München einen großen Auftritt vor mehreren Hundert Zuschauern.Klinikchef Prof. Dr. Robert Mlynski berichtete und demonstrierte zehn Minuten lang, welch präzise 3D-Bilder das Gerät ermöglicht; das Publikum in der bayrischen Landeshauptstadt erlebte am Beispiel von Gehörknöchelchen mit eigenen Augen die Darstellung kleinster Details mit. Die Veranstaltung, zu der Mlynski live aus Rostock zugeschaltet wurde, war der Jahresauftakt von ARRI – und gleichzeitig der Auftakt zum Jubiläumsjahr des 100. Firmengeburtstags.

„Wir setzen das ARRISCOPE seit einigen Monaten am Haus in Krankenversorgung, Forschung und Lehre ein“, sagte Mlynski. Die Vorteile seien enorm. Dieses Kameraauge sehe mehr als das menschliche Auge, die dreidimensionale Ansicht sei unglaublich nützlich. „Einzigartig ist der Einsatz in der Lehre und Weiterbildung, wir können unseren Studenten eindrucksvoll zeigen, welch kleine Bestandteile des Körpers das Hören ermöglichen. Gleichzeitig können die Operationsrisiken für Patienten gesenkt werden bei steigender medizinischer Qualität.“ Er schätze sich glücklich, das Gerät an der Universitätsmedizin Rostock anwenden zu dürfen. „Wir profitieren hier von einer echten Revolution in der Medizin, das ist großartig.“

Der im Mikroskop verwendete Bildsensor stammt aus dem Kamerasystem ALEXA von ARRI. Es kam 2010 auf den Markt und ist das am häufigsten eingesetzte Digitalkamerasystem bei professionellen Film- und TV-Produktionen weltweit. In den vergangenen fünf Jahren wurde jeder mit einem Academy Award („Oscar“) in der Kategorie „Beste Kamera” geehrter Spielfilm mit der ALEXA aufgezeichnet. Läuft der Test in der Rostocker Klinik weiter erfolgreich, wird das Digitalmikroskop in weiteren Kliniken eingesetzt.