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Rostocker testen Impfung gegen Alzheimer befördernde Eiweiß-Plaques: Für eine internationale Studie sucht die Universitätsmedizin noch Teilnehmer

22. November 2011

Forscher der Universitätsmedizin Rostock sind an einer internationalen Studie zu einem Impfstoff gegen die Alzheimer-Krankheit beteiligt.

Das Medikament soll die Ablagerung von Eiweiß-Plaques im Gehirn und damit den Ausbruch der Demenz verhindern oder verzögern. Rostock ist das einzige Zentrum in Norddeutschland, das an der Studie teilnimmt. Außerdem sind Hochschulen in ganz Europa, in den USA und in Kanada beteiligt. 

 

„Die Alzheimer-Krankheit ist die wichtigste Ursache für eine Gedächtnisstörung im Alter. Eine erfolgreiche Behandlung dieser Krankheit könnte es zukünftig erlauben, dass Menschen auch im Alter länger geistig fit und selbstständig bleiben“, so Professor Dr. Stefan Teipel von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am der Universitätsmedizin Rostock. Bei dem Medikament, das getestet werden soll, handelt es sich um eine passive Impfung. Das bedeutet, dass das Immunsystem der Betroffenen dazu befähigt wird, die schädigenden Stoffe selbstständig zu bekämpfen. „Im Mittelpunkt steht dabei die Substanz Amyloid, ein Eiweiß, das sich in so genannten Plaques im Gehirn ablagert und auf lange Sicht eine Demenzerkrankung bewirkt“, sagt Professor Teipel. Der Ansatz mit einer Impfung sei bahnbrechend, weil zum ersten Mal nicht nur die Symptome der Erkrankung bekämpft würden, sondern direkt Einfluss auf die Krankheitsvorgänge genommen werde.

 

Für diese sehr wichtige Studie werden nun Teilnehmer gesucht, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Einbezogen werden Menschen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko, die leichte Gedächtnisstörungen haben, aber noch keine fortgeschrittene Demenz. „Es geht bei der Impfung darum, das Entstehen der Demenz bei der Alzheimer-Krankheit zu verhindern“, so Professor Teipel. Daher werden Betroffene in einem sehr frühen Krankheitsstadium gesucht. Obwohl es sich bei der Demenz um eine Volkskrankheit handelt, sind Patientinnen und Patienten mit diesem speziellen Profil nur schwer zu finden. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt. Die Teilnehmer werden eingehend untersucht und alle vier Wochen geimpft.

 

An der Entwicklung eines Impfstoffs wird bereits seit rund zehn Jahren gearbeitet. Ursprünglich sei der Wirkstoff als aktive Impfung geplant gewesen. Die passive Impfung hat den Vorteil, dass sie die Fähigkeit des Körpers stärkt, sich selber zu helfen, erläutert Professor Teipel.

 

Kontakt für Probanden:

Esther Lau, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Telefon 0381 494-4767