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Rostocker Zahnmediziner bauen Behandlungszentrum im Jemen auf: Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen bilden Ärzte aus/Professor Gundlach geehrt

29. December 2008

Zahnmediziner vom Universitätsklinikum Rostock sind am Aufbau des ersten jemenitischen Behandlungszentrums für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in der Stadt Aden beteiligt.

Nach mehreren Arbeitsaufenthalten in den vergangenen Jahren begaben sich jetzt erneut Schwestern und Ärzte des Uniklinikums in den Jemen, um Patienten zu behandeln und einheimische Mediziner in einem mehrtägigen Seminar weiterzubilden. Das gemeinsame Projekt wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. 

 

Das erste Team im November 2008 führte Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Anästhesisten, OP- und Anästhesieschwestern an die Universität Aden im Südjemen. Dort behandelten sie zahlreiche Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Im international anerkannten Spaltzentrum Rostock wurden gerade für diese angeborene Fehlbildung wirkungsvolle Behandlungsmethoden entwickelt.

 

Im Dezember reisten dann Klinikdirektor Professor Dr. mult. Karsten Gundlach und Oberarzt Dr. Jan-Hendrik Lenz von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie nach Aden, um gemeinsam mit einem Adener Spezialisten Mediziner aus- und weiterzubilden. Dieses fünftägige Expertenseminar führte insgesamt 19 Mediziner aus dem Jemen, aber auch aus Äthiopien und Kuba zusammen. Es ist zentraler Bestandteil eines über drei Jahre vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Projektes, dessen Ziel es ist, die interdisziplinäre Versorgung von Patienten im Jemen zu verbessern. Dabei konnte mit Prof. Abdulsamad Taresh, Direktor des Instituts für Public Health von der Universität Aden, ein Alumnus der deutsch-jemenitischen Zusammenarbeit gewonnen werden.

 

Zum Abschluss fand unter Teilnahme der Honoratioren der Universität und des jemenitischen Gesundheitsministeriums eine Festveranstaltung statt. Dabei wurde Prof. Gundlach, der im Jahre 2004 die Zusammenarbeit der Kliniken begründet und zusammen mit den Mitarbeitern seiner Klinik in den Folgejahren ausgebaut hatte, unter anderem mit der Medaille der Universität Aden ausgezeichnet.

 

Hintergrund:

Aufgrund der gemeinsamen Bemühungen der Rostocker und der Adener Mediziner konnten im Jahre 2007 Meilensteine der zukünftigen Zusammenarbeit gesetzt werden: die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages zwischen der Universität Rostock und der Universität Aden, die Eröffnung des ersten Zentrums für die Behandlung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Jemen und ein weiteres vom DAAD gefördertes Drittmittelprojekt im Fachbereich Zahnmedizin. Im Jahr 2009 werden Dozenten aus der Rostocker Zahnmedizin im Rahmen des laufenden Projekts zur Ausbildung von jemenitischen Studenten nach Aden reisen.