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Schüler übernehmen Stationsleitung

16. December 2019
Schüler

Dieter Fischer fühlt sich gut versorgt: Die Azubis Boban Shafkuloski (hinten links) und Steven Böttcher finden es schön, Verantwortung zu übernehmen.

Große Verantwortung für Auszubildende / Letzte Gelegenheit: Jetzt für Pflegeberuf bewerben

Rostock – In der Ausbildung dürfen junge Menschen noch Fehler machen. Sie lernen unter professioneller Anleitung, diese in Zukunft zu vermeiden und daraus zu lernen. In kleinen Schritten übernehmen sie Verantwortung und arbeiten selbstständig. Wie gut es schon klappt, das Gelernte umzusetzen, zeigen die Pflege-Azubis der Universitätsmedizin Rostock bei dem Projekt „Schüler leiten eine Station“ auf der endokrinologischen Station. Patienten mit Stoffwechselerkrankungen und Diabetes werden dort behandelt. Zehn Azubis aus dem zweiten und dritten Lehrjahr dürfen in die erste Reihe rücken und den kompletten Stationsbetrieb mit 19 Patienten übernehmen. Einen Tag lang haben Sie sich darauf vorbereitet und sogar die Reanimation vertieft. Erfahrene Gesundheits- und Krankenpfleger haben natürlich immer ein Auge auf den Nachwuchs und können im Ernstfall eingreifen.

Damit Steven Böttcher (zweites Lehrjahr) nicht ganz ins kalte Wasser springen muss, hat er sich bei den vorigen Jahrgängen informiert und ein paar nützliche Tipps geholt. Seit einer Woche nun arbeitet er mit seinen Kollegen komplett eigenverantwortlich. Sein Fazit: „Schon nach kurzer Zeit sind wir jetzt ein eingespieltes Team. Es ist ein schönes Gefühl, die volle Verantwortung zu haben.“ Sein Kollege Boban Shafkuloski (drittes Lehrjahr) sieht das ähnlich. „Die ersten Tage waren noch etwas ungewohnt, aber dann hat sich alles gefügt“, resümiert er. Ihre Aufgaben umfassen alles, was ausgelernte Pflegekräfte tagtäglich erledigen, wie Medikamente aufstellen, Verbände wechseln, Infusionen vorbereiten, Vitalzeichen messen, Grundpflege beim Patienten sowie die Vorbereitung von Transporten und die Dokumentation. Das Zeitmanagement ist für Boban Shafkuloski die größte Herausforderung: „Um alle Aufgaben in einer Schicht zu erledigen, braucht man schon einiges an Organisationserfahrung.“ Im Laufe der ersten Woche hat er gelernt, sich die Aufgaben besser einzuteilen und ihm geht alles schneller von der Hand. Patient Dieter Fischer hat vollstes Vertrauen in den Pflegenachwuchs: „Ich fühle mich von ihnen bestens versorgt. Mir ging es sehr schlecht und die jungen Leute haben mich wieder gesund gepflegt.“

Für die Ausbildung sei das dreiwöchige Projekt sehr wichtig, so Pflegedienstleitung Liane Jürß: „Es ist ein tolles Angebot mit einem großen Lerneffekt für unseren Nachwuchs. Mein Dank gilt dem Stationsteam, das mit viel Herzblut und Engagement das Projekt ausrichtet und jedes Mal eine zusätzliche Verantwortung für für das Team bedeutet.“ Das vor vielen Jahren von Schülern initiierte Projekt hat sich bis heute bewährt. Der Pflegenachwuchs lernt, strukturiert zu arbeiten, den Patienten ganzheitlich zu versorgen und auch die administrativen Aufgaben gewissenhaft zu erledigen. „Gleichzeitig ist es eine ideale Gelegenheit, sich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten“, so Jürß.

In wenigen Wochen beginnen wieder die Vorstellungsgespräche für den nächsten Ausbildungsjahrgang. Knapp 100 Stellen besetzt die Unimedizin Rostock in verschiedenen Pflegeberufen. Noch können sich Schulabsolventen auf einen Ausbildungsplatz bewerben.