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„Sie gewinnen dadurch ein ganz neues Selbstvertrauen": Rostocker Kinderkardiologe begleitet herzkranke Kinder auf Skifreizeit

13. April 2010

Herzkranke Kinder leiden nicht nur körperlich unter ihrer Krankheit. Die häufigen Aufenthalte im Krankenhaus und die Einschränkungen im Alltag belasten die Psyche und sind vor allem für die Kleinsten schwer zu verarbeiten.

Betreute Angebote sind wichtig, um das Selbstvertrauen der Kinder aufzubauen, aber auch, um die Krankheit zu verstehen und den Umgang damit zu erleichtern. 

 

Das Universitätsklinikum Rostock unterstützt solche Projekte: „Auch das seelische Wohlergehen der Patienten liegt uns am Herzen, vor allem, wenn es so starken Einfluss auf die körperliche Gesundheit hat. Wir freuen uns über ehrenamtliches Engagement unserer Ärzte und fördern es wenn möglich, zum Beispiel durch Freistellung vom Dienst“, erklärt Professor Dr. med. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. 

 

Der Kinderkardiologe der Rostocker Universitätskinderklinik, Dr. René Höhn, betreute im März eine Gruppe von 19 herzkranken Kindern aus dem gesamten Bundesgebiet während einer Skifreizeit in Achenkirch/Österreich. Höhn begleitet die Fahrt bereits seit zehn Jahren. Ziel des jährlichen Ausflugs der Deutschen Kinderherzstiftung e. V. ist es, den Kindern über sportliche Aktivitäten eine Auszeit vom Alltag zu ermöglichen und gleichzeitig das Selbstbewusstsein zu stärken. „Die Kinder erfahren hier, dass sie trotz ihres Herzfehlers ein normales Leben führen können“, erzählt René Höhn nach der Reise. „Sie gewinnen dadurch ein ganz neues Selbstvertrauen, das sich im Idealfall in den Alltag überträgt.“ 

 

Aber auch der Austausch innerhalb der Gruppe ist ein wichtiges Anliegen. Die Veranstalter bringen ganz bewusst kleinere Kinder mit bereits Volljährigen zusammen: „Die Kinder besitzen eine sehr hohe soziale Kompetenz. Vor allem die älteren kümmern sich rührend um die ‚Kleinen’ und helfen bei den ersten Versuchen auf Skiern“. Zudem tragen die älteren Jugendlichen zum Abbau von Ängsten bei. „Die Krankheit steht bei vielen Kindern im Mittelpunkt und sie können sich gar nicht vorstellen, dass sie ein normales Leben führen können“, erklärt Höhn. 

 

„Die kleine Celine aus Dortmund, zum Beispiel, fragte einen anderen Teilnehmer ganz erstaunt, wie er es denn geschafft habe, Medizin zu studieren. Die Kleinen lernen bei dieser Skifreizeit, dass ihr Leben nicht allein von ihrer Krankheit bestimmt wird und dass sie vieles erreichen können, von dem sie gar nicht dachten, dass es möglich sei. Die Skifreizeit ist wichtig für die Kinder und macht ihnen auch noch großen Spaß. Um das mitzuerleben fahre ich jedes Jahr gerne wieder mit.“