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Sterbenskranke Kinder und Jugendliche: Palliativversorgung künftig auch zu Hause

20. February 2014

Ein Schritt von landesweiter Bedeutung: Die Universitätsmedizin Rostock und die Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich auf einen Vertrag zur Spezialisierten Ambulanten Palliativen Versorgung (SAPV) für Kinder und Jugendliche geeinigt. Das Team „Mike Möwenherz“ wird die landesweite Betreuung unheilbar erkrankter Kinder und Jugendlicher übernehmen - und das auch zu Hause. Das multiprofessionelle Team aus Ärzten und Pflegekräften sorgt gemeinsam mit Seelsorgern und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen für eine umfassende medizinische Behandlung und psychosoziale Begleitung der jungen Patienten und deren Angehöriger.

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung der Beteiligten in der Kinderklinik der Universitätsmedizin Rostock betonte die Sozialministerin des Landes Birgit Hesse: „Es ist mir sehr wichtig, dass das Team ,Mike Möwenherz‘ die ambulante palliativmedizinische Betreuung sterbenskranker Kinder auch zu Hause gewährleistet. Gerade in so einer schwierigen Phase brauchen auch die Eltern eine umfassende und individuelle Unterstützung“, so Hesse.

Das Kinder-Palliativteam wird die Versorgung nach Möglichkeit für das gesamte Bundesland übernehmen. Dafür sieht der Vertrag entsprechende Regelungen vor. Die Leistungen können mit unterschiedlicher Versorgungsintensität oder auch als Beratung der am Wohnort behandelnden Ärzte und Pflegekräfte erbracht werden. Deshalb unterstreicht auch Prof. Dr. Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Unimedizin, die Bedeutung dieses Vertrags: „Mit der neuen Vereinbarung sichern alle Beteiligten die Betreuung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher im Land auf höchstem Niveau. Eltern können sich auf unsere langjährigen Erfahrungen in der Palliativmedizin verlassen.“ 

Der Vertrag schließt eine Lücke in der Betreuung von Kindern mit einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren lebenslimitierenden Erkrankung. Die individuellen Bedürfnisse der kleinen Patienten sowie die Belange ihrer Familienangehörigen stehen im Mittelpunkt. Ziel der neuen Betreuungsform ist eine kindgerechte Versorgung im gewohnten häuslichen Umfeld. Gerade Eltern wollen in einer solch schwierigen Situation ständig für ihre Kinder zu Hause da sein und helfen.

Auch Frank Ahrend, Landesgeschäftsführer der AOK Nordost, ist von der neuen Kooperation überzeugt und betont im Namen der beteiligten Krankenkassen: „In der schwersten Phase ihres Lebens benötigen neben den kranken Kindern auch die Eltern alle Unterstützung durch Spezialisten. Die Krankenkassen im Land sind sich einig, dass betroffene Familien sich voll und ganz auf die liebevolle Betreuung durch ,Mike Möwenherz‘ verlassen können.“