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Stress und Krisen machen traurig und krank: Festveranstaltung des Bündnisses gegen Depression am 4. Dezember im Rostocker Rathaus

26. November 2007

Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit: Niemand geht von einer Krankheit aus, wenn der Partner oder Arbeitskollege lauter schlechte Tage hat. Und doch kann sich hinter alltäglichen Phänomenen eine schwerwiegende psychische Erkrankung verstecken.

Mit einer großen Festveranstaltung macht das Rostocker Bündnis gegen Depression am 4. Dezember 2007, 19.00 Uhr, auf diese oft unterschätzte und mitunter schwer zu erkennende Krankheit aufmerksam. Schließlich handele es sich bei der Depression nicht um eine Alterskrankheit, sonder um eine psychische Störung, die selbst jüngere Menschen aus der Bahn werfen kann, sagt Professor Dr. Sabine Herpertz vom Universitätsklinikum Rostock. Stress am Arbeitsplatz oder in der Beziehung zum Lebenspartner, Krisensituationen können fatale Wirkungen haben, die ärztlicher Behandlung bedürfen. Im Rahmen der Festveranstaltung im Rostocker Rathaus wird in form von Vorträgen und Berichten Betroffener über die Depression informiert. Teil der Veranstaltung ist auch eine Flamenco-Performance und eine Literaturlesung.

 

„In den Veranstaltungen des letzten Jahres haben wir uns in erster Linie der Depression bei älteren Menschen gewidmet. Der Häufigkeitsgipfel für diese Erkrankung, die mehr als 10% der Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal trifft, aber liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Deshalb wenden wir uns in diesem Jahr der Depression bei jüngeren Menschen zu“, sagt Professor Dr. Sabine Herpertz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock und Vorsitzende des Rostocker Bündnisses. Immer mehr junge Menschen seien von psychischen Erkrankungen wie der Depression betroffen, allerdings werde noch immer zu wenig darüber geredet. „Gegen diese Stigmatisierung der Depression wollen wir mit unseren Veranstaltungen wirken“, so Professor Herpertz, die zu den Initiatorinnen des Rostocker Bündnisses gegen Depression gehört.

 

Die aktuelle Festveranstaltung am 4. Dezember 2007 im Rostocker Rathaus widmet sich entsprechend dem Thema „Lebenskrise: Chance für Veränderung oder Beginn einer Erkrankung?“ Die Besucher erwartet ein Programm aus einer Performance mit Flamenco-Tänzern und Wortbeiträgen, allgemeinverständlichen Vorträgen von Medizinern und Selbsterfahrungsberichten von Betroffenen. „Jeder Mensch gerät im Laufe seines Lebens in Krisen, wobei sich immer die Frage stellt, wann die eigenen Grenzen überschritten sind, wann sich Menschen nicht mehr selber helfen können und sie Hilfe brauchen, damit aus der Krise keine psychische Erkrankung wird“, sagt Professor Herpertz. Was aber sind die Symptome einer Depression? „Bei trauriger Verstimmung, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Schwere, Leere, Schlafstörungen, Unruhe und sogar Gewichtsverlust ist große Vorsicht geboten“, so die Rostocker Medizinerin.

 

Besonders oft betroffen sind Menschen, die Stress ausgesetzt sind und dazu neigen, auf Stresssituationen depressiv zu reagieren. Stresssituationen entstehen durch Verlustereignisse wie etwa den Tod des Lebenspartners, Trennung oder Scheidung, aber auch durch Arbeitslosigkeit. Auch das alltägliche Leben kann Stress verursachen. „Stress am Arbeitsplatz durch hohe Belastung oder auch ein angespanntes Verhältnis zu Kollegen hat stark zugenommen in den vergangenen Jahren“, sagt Dr. Thomas Klauer, leitender Psychologe der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Uniklinikum Rostock, der während der Festveranstaltung einen Vortrag zum Thema „Der Stress des Lebens: Entwicklungsmotor und Krankheitsursache“ halten wird. „Es sind sehr viele Menschen von der Depression betroffen“, sagt Professor Herpertz. „Es ist darf nicht als Makel angesehen werden, wenn jemand seine Krisen nicht allein bewältigen kann.“

 

4. Dezember 2007, 19.00 Uhr Rathaus der Hansestadt Rostock, Festsaal

 

Internet: www.buendnis-depression.de