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Uniklinikum unterstützt kubanische Mediziner: Rostocker Kardiologe behandelt Herz-Patienten in Havanna

24. February 2011

Herzrhythmusstörungen sind in Deutschland gut behandelbar. In Kuba sieht das anders aus. Der Elektrophysiologe Professor Dr. Dietmar Bänsch vom Universitätsklinikum Rostock reiste deshalb nach Havanna, um vor Ort Patienten zu therapieren, die an Herzrhythmusstörungen leiden.

Während des Besuchs wurden 15 Ablationen vorgenommen. Das sind minimalinvasive Eingriffe, bei denen das Herz mittels gezielter elektrischer Impulse wieder in den richtigen Takt gebracht wird. Da es auf Kuba an den notwendigen medizinischen Geräten mangelt, kann vielen Betroffenen bisher nicht adäquat geholfen werden.

 

„Bislang müssen Patienten mit schweren Herzrhythmusstörungen ins Ausland geflogen werden“, so Professor Dr. Bänsch, Leiter der Abteilung für Elektrophysiologie am Universitätsklinikum Rostock. Aber dies sei äußerst teuer. „Auf lange Sicht geht es darum, die notwendigen Behandlungsmethoden und Geräte auf Kuba zu etablieren“, sagt Professor Bänsch.

 

Eine Kooperationsvereinbarung, die Professor Bänsch jetzt mit der Universität Havanna unterzeichnete, sieht unter anderem regelmäßige Besuche von Rostocker Herzspezialisten auf Kuba vor. Bis die kubanischen Spezialisten eigenständig arbeiten können, werden außerdem regelmäßig Patienten nach Rostock gebracht, um in der Abteilung für Elektrophysiologie behandelt zu werden.

 

Die Abteilung für Elektrophysiologie am Universitätsklinikum Rostock ist seit drei Jahren Anlaufpunkt für Herzpatienten aus ganz Deutschland: Rund 1.500 Fälle von schweren Herzrhythmusstörungen wurden seit 2007 mittels Ablationsverfahren therapiert. Die Abteilung hat sich in kurzer Zeit fest etabliert. Mittlerweile werden pro Jahr rund 600 Patienten behandelt.