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Unimedizin investiert in Corona-Diagnostik

11. February 2020
Cycler

Oberarzt Dr. Philipp Warnke kann mit dem Thermocycler das Coronavirus testen.

Institut für Mikrobiologie schafft Viren-Erkenner für 30.000 Euro an

Rostock – Das Coronavirus hat seine Wellen bis nach Deutschland geschlagen. Wenn auch die Zahl der Infizierten in der Bundesrepublik bisher gering ist, die Universitätsmedizin Rostock bereitet sich vor, um im Ernstfall reagieren zu können. Rund 30.000 Euro hat die Unimedizin deshalb in einen so genannten Thermocycler investiert. Mit dem Diagnostik-Gerät können Mikrobiologen bis zu 26 Viren und Bakterien nachweisen. Das Spektrum umfasst Erreger vom einfachen Schnupfen bis hin zur schweren Lungenentzündung. Auch drei unterschiedliche Coronavirus-Typen können nachgewiesen werden. „Wir bieten unseren Patienten dadurch eine sehr genaue, komplexe und zeitnahe Diagnostik“, betont Prof. Dr. Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene. Da das Coronavirus in seinen Symptomen etlichen anderen Atemwegserkrankungen ähnelt, ist es umso wichtiger, dass die Patienten der Unimedizin eine umfassende Diagnostik erhalten. So können andere Erkrankungen ausgeschlossen und die Patienten zielgerichtet therapiert werden.

Zwischen drei und vier Stunden dauert ein Testlauf. Somit können die Mikrobiologen in der Regel zwei Tests am Tag durchführen. In einem Durchlauf werden bis zu 20 Patienten nach einem Nasen-Rachen-Abstrich auf alle 26 Erreger gleichzeitig getestet. Dabei wird das Erbgut der unterschiedlichen Erreger in einem molekularbiologischen Verfahren ermittelt. Über ein Gerät verfügt das Institut bereits. „Dieses ist schon jetzt voll ausgelastet. Da wir durch das Coronavirus einen erhöhten Diagnostikbedarf haben sind wir nun auf einen zweiten Thermocycler angewiesen“, erklärt Dr. Philipp Warnke, Oberarzt und stellvertretender Krankenhaushygieniker. Auch langfristig – wenn das Coronavirus kein Thema mehr ist – erfüllt der Diagnostik-Apparat weiterhin seinen Zweck, da er für viele andere Atemwegserkrankungen, die in Deutschland wesentlich häufiger auftreten, als diagnostisches Mittel eingesetzt werden kann.

Pandemien wie diese treten etwa alle fünf Jahre auf, „Der Spuk endet in der Regel nach einigen Monaten, da die Bevölkerung nach einer gewissen Zeit einen Immunschutz entwickelt“, weiß Tropenmediziner und Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Rostock Prof. Dr. Emil Reisinger. „Trotz unser derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation ist es uns wichtig, weiterhin in die hochqualitative medizinische Versorgung unserer Patienten zu investieren und im gleichen Atemzug auch unser Personal vor Ansteckungen zu schützen“, betont Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand.