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Unimedizin Rostock führend in Forschung an Darmerkrankungen

22. June 2020
Prof. Dr. Georg Lamprecht mit einem Modell eines SLC26-Transportproteins aus dem 3D-Druck

Prof. Dr. Georg Lamprecht mit einem Modell eines SLC26-Transportproteins aus dem 3D-Druck

Wissenschaftler und Mediziner erweitern Untersuchungen zu Darmfunktionsstörungen mit neuem Verbundprojekt

SLC26 – Dahinter verbirgt sich eine Familie von Transportproteinen, die an zahlreichen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt ist. Wenn eines dieser Eiweiße nicht richtig funktioniert, kann das zu schweren Erkrankungen führen. Dazu zählen neben Nierensteinen oder Taubheit auch lebensbedrohliche Darmentzündungen und Durchfall.

Wissenschaftler und Mediziner der Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie der Universitätsmedizin Rostock (UMR) klären als Teil einer neuen Forschungsgruppe, wie diese Transportproteine mit anderen Eiweißen in großen Komplexen in Verbindung stehen und warum die komplizierten Vorgänge bei akuten Erkrankungen gestört sind. „Wir möchten vor allem herausfinden, wie Transportproteine Salze aus dem Darm in den Körper aufnehmen und wie wir diese Vorgänge beeinflussen können“, fasst der Leiter der Abteilung Prof. Dr. Georg Lamprecht zusammen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die neu etablierte Forschungsgruppe „FOR 5046“ mit rund vier Millionen Euro. An der Forschungsgruppe sind unter der Federführung des Physiologen Prof. Dr. Dominik Oliver von der Philipps-Universität Marburg insgesamt acht Arbeitsgruppen aus ganz Deutschland beteiligt. Die herausragend ausgewiesenen Wissenschaftler arbeiten an einer übergeordneten Forschungsaufgabe, um gemeinsam Ergebnisse zu erreichen, die über die Einzelförderung deutlich hinausgehen. Jeder Projektpartner forscht an einem Teil der SLC26-Familie von Transportproteinen. Alle beteiligten Experten haben langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet und bringen verschiedene Fachrichtungen zusammen - von der molekularen Biophysik bis hin zum klinischen Fachwissen. Methoden und Ergebnisse werden gemeinsam entwickelt und ausgetauscht. Das Rostocker Team untersucht den Transporter SLC26A3, der überwiegend im Darm vorkommt. Dafür werden vor allem molekularbiologische und biochemische Techniken an Zellkulturen genutzt.

„An dieser Förderung haben wir lange gearbeitet und sie ist eine große Auszeichnung für uns“, so Lamprecht. „Eine Anschubfinanzierung durch das Nachwuchsprogramm der Medizinischen Fakultät hat uns dabei sehr geholfen“. Die Untersuchungen an Transportproteinen fügen sich in die umfangreichen anderen Forschungsaktivitäten der Abteilung ein. In der Klinik und im Labor werden von Ärzten und Wissenschaftlern Mangelernährung, Durchfallerkrankungen, Darmentzündungen und Darmversagen sowie Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Leber untersucht und behandelt.