header

Aktuelles

Unimedizin Rostock probt mit Brandschutzübung den Ernstfall

26. November 2019
Simulation eines Brandfalls

Simulation eines Brandfalls

Evakuierung über das Treppenhaus

Evakuierung über das Treppenhaus

Von der Meldung über die Evakuierung bis zur Patientenversorgung: Klinik, Polizei und Feuerwehr üben Zusammenarbeit

Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) und das Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt übten heute Morgen die Evakuierung einer Station im Brandfall. Um 9 Uhr ging der Anruf der Station 5/6, Abteilung für Gastroenterologie, parallel zur automatischen Übertragung der Brandmeldung bei der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr ein: Auf der Station im Zentrum für Innere Medizin war ein Feuer ausgebrochen. Neun teilweise bettlägerige Patienten - von Medizinstudenten gespielt - in fünf Krankenzimmern waren betroffen und mussten so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Ärzte und Pflegekräfte sollten bei der realistisch inszenierten Übung die erlernten Abläufe und den Krankenhausalarmplan einhalten. Innerhalb kurzer Zeit trafen die Löschzüge und ein Streifenwagen der Polizei ein. Als der Rauch - in diesem Fall unschädlicher Theaternebel - überhandnahm, musste das medizinische Personal die Evakuierung den Fachleuten der Feuerwehr überlassen. Zeitgleich wurde der Raum der Klinikeinsatzleitung besetzt. Dort laufen alle Fäden zusammen: Handlungsanweisungen, Notfallhandys und Einsatzwesten sind stets griffbereit und alle Abläufe können überwacht werden. Unter anderem Mitglieder des Vorstandes und der Beauftragte für Sicherheit der Unimedizin, Ingo Knaack, begleiteten von dort aus die Übung. Sie wurden zuvor durch einen automatischen Rundruf über den Brandfall informiert - so wie auch für den Ernstfall vorgesehen.

Die heutige Brandschutzübung wurde gemeinsam mit dem Brandschutz- und Rettungsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock durchgeführt. Solche und andere Notfall-Szenarien stellt die Universitätsmedizin in regelmäßigen Abständen nach. „Entscheidend ist dabei zu sehen, ob die Abläufe auch in Stresssituationen funktionieren oder ob es noch an einigen Stellen Verbesserungsbedarf gibt“, so der Sicherheitsbeauftragte Knaack. Auch der Einsatz neuer Hilfsmittel kann geübt werden. So kamen bei dieser Übung erstmals sogenannte Evakuierungstücher zum Einsatz. Diese liegen unter den normalen Matratzen im Krankenbett. Damit lassen sich in einer Rettungssituation nicht mobile oder verletzte Personen leicht und sicher über Fußböden und abwärts führende Treppen aus dem Gefahrenbereich ziehen.

„Solche Übungen sind auch für uns sehr wichtig, denn so können die Einsatz- und Führungskräfte den Ernstfall in einer realen Umgebung proben. Am Ende profitieren alle Beteiligten“, sagt Michael Allwardt, Sachgebietsleiter Einsatzplanung vom Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt.

Das Fazit des Wissenschaftlichen Vorstands und Sprechers des Zentrums für Innere Medizin, Prof. Emil Reisinger, nach der gut einstündigen Brandschutzübung fällt positiv aus: „Die Evakuierung der Patienten lief planmäßig, alle wussten, was sie zu tun haben.“ Die Zusammenarbeit mit dem Brandschutz- und Rettungsamt, der Polizei und den Mitarbeitern habe reibungslos funktioniert.

Hintergrundinformation
Krankenhäuser bergen im Brandfall ein hohes Risikopotenzial. Neben Patienten, die teilweise bettlägerig und zudem abhängig von der Versorgung mit medizinischen Geräten sind, gibt es beispielsweise besonders sensible Areale wie Operationsbereiche oder Intensivstationen bzw. Bereiche mit Gefahrgut, die die Menschenrettung und Brandbekämpfung zusätzlich erschweren können. Rauch- und Brandabschnittsgrößen, die Besonderheiten als Gebäude der Klasse 5 mit erhöhten Brandschutzanforderungen und die hohe Konzentration von eingeschränkt selbstrettungsfähigen Personen haben Auswirkungen auf das Handeln des klinischen Personals und auf die Taktik der Feuerwehr.

Das Verbringen bzw. Verschieben von Patienten, primär horizontal in benachbarte und nicht betroffene Bereiche bindet in der Anfangsphase erhebliche personelle Ressourcen. Zusätzlich ist die Gefahr der Rauchausbreitung und damit die Vergrößerung des gefährdeten Bereiches zu beachten. Das Zusammenwirken von Krankenhauspersonal und Feuerwehrkräften auf Führungs- und Einsatzebene ist neben der Wahl der richtigen Taktik maßgeblich für den Einsatzerfolg.