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Zurechtkommen im Alltag: Studie soll Demenz-Patienten helfen

15. July 2014

Allein Kaffee kochen, einkaufen gehen oder einen Besuch ins Theater unternehmen: Für viele Menschen mit Gedächtnisproblemen ist dies teilweise sehr schwierig. An der Universitätsmedizin Rostock startet daher im September eine neue Studie: Die Forscher der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin wollen die Selbstständigkeit von Demenzkranken im Alltag verbessern.

„Derzeit gibt es eine Vielzahl verschiedener Angebote zum Gedächtnistraining für Patienten, die an Demenz leiden“, erklärt Prof. Stefan Teipel, Leiter der Sektion für Gerontopsychosomatik und Demenzerkrankungen der Unimedizin. „Deren Wirksamkeit ist allerdings begrenzt. Daher möchten wir mit einer kognitiven Rehabilitation ein individuelles und alltagspraktisches Therapiekonzept anbieten.“ Dabei arbeitet die Klinik eng mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zusammen.

Für die Studie werden noch Teilnehmer gesucht, die an Gedächtnisproblemen leiden und ihre Selbstständigkeit im Alltag verbessern oder erhalten wollen. 

Im Rahmen des wöchentlich stattfindenden Trainingsangebots werden die Therapieziele individuell an die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer angepasst: „Bei dem Programm geht es uns vorrangig darum, was die Patienten im Alltag erreichen möchten“, sagt Elisabeth Kasper, Neuropsychologin der Klinik. „Diese Ziele dürfen sich auf unterschiedlichen Niveaus bewegen: Vom kurzen Spaziergang um den Block bis zum selbstständigen Mittagkochen.“ Den Teilnehmern werden Gedächtnishilfen vermittelt, sie trainieren ihre Kommunikation und können sich mit anderen Betroffenen austauschen. „Wir werfen auch einen Blick auf das häusliche Umfeld und überlegen, wie dieses gestaltet sein muss, damit die Betroffenen sich allein zurecht finden.“

Die Trainingseinheiten werden in der Rostocker Stadtmitte abgehalten. Für die Teilnehmer kann ein Fahrdienst zur Verfügung gestellt werden.