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Darmkrebs: Vorsorge wird noch immer vernachlässigt/Uniklinikum Rostock und Ärztekammer informieren im „Darmkrebsmonat März“

23. February 2009

Jährlich erkranken bundesweit mehr als 70.000 Menschen an Darmkrebs. Ab dem 55. Lebensjahr werden Vorsorgeuntersuchungen von den Krankenkassen getragen. Doch zu wenig Menschen nutzen diese lebensrettende Chance.

Dabei lässt sich Darmkrebs im Frühstadium gut behandeln, weil er sich nur sehr langsam entwickelt. Universitätsklinikum Rostock und Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern starten aus diesem Grund im „Darmkrebsmonat März“ eine Informationsoffensive, auch um die Scheu vor der Vorsorgeuntersuchung zu nehmen: Eine Telefonhotline am 3. März 2009 klärt über Darmkrebs und seine Heilungschancen auf. Am Tag der offenen Tür am 4. März 2009 erläutern Ärzte des Klinikums Behandlungsmöglichkeiten und stehen für Auskünfte bereit.

 

„Wir verzeichnen zwar mehr Patienten, die ihr Anrecht auf eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen“, sagt Dr. Beate Brinkmann, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie am Universitätsklinikum Rostock. „Aber die Möglichkeit der Vorsorge wird immer noch nicht genügend wahrgenommen. Wir diagnostizieren daher sehr viele Karzinome erst im fortgeschrittenen Stadium“, so die Ärztin weiter. Bei der Vorsorgeuntersuchung sei die Kolon-Endoskopie noch immer das Standard-Mittel der Wahl – andere Verfahren seien in Entwicklung, hätten sich aber noch nicht bewährt.

 

Der „Darmkrebsmonat März“ wird bundesweit begangen und in Rostock gemeinsam mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, der Stiftung Lebensblicke e. V. und der Gastro-Liga e. V. ausgerichtet. Die Telefonhotline unter 0381 492800 ist am 3. März zwischen 18.00 und 20.00 Uhr erreichbar. Spezialisten wie Professor Dr. Stefan Liebe, Leiter der Abteilung für Gastroenterologie am Uniklinikum Rostock, Dr. Andreas Crusius und Dr. Beate Brinkmann beantworten Fragen. Anhand von Videos können sich Interessierte am 4. März zwischen 17.00 und 19.00 Uhr in den Räumen der Gastroenterologie über Behandlungsmethoden und Vorsorgemöglichkeiten informieren.

 

Jährlich erkranken laut einer Statistik der Stiftung Lebensblicke 71.400 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs. Unbehandelt führt Darmkrebs in den allermeisten Fällen innerhalb von 12 Monaten zum Tod. Jährlich sterben daran allein in Deutschland 28.900 Menschen. Darmkrebs ist die Krebsart mit der höchsten Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr und nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn Beschwerden oder Schmerzen auftreten, ist der Krebs oft schon sehr groß bzw. hat Metastasen gebildet. Die Früherkennungsuntersuchung wird durch die Berechtigten dennoch viel zu wenig in Anspruch genommen: Nur 34 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer nutzen sie derzeit, so die Stiftung.

 

Telefonhotline:

Dienstag, 3. März 2009, 18.00 bis 20.00 Uhr, Tel. 0381 492800

 

Tag der offenen Tür:

Mittwoch, 4. März 2009, 17.00 bis 19.00 Uhr, Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Rostock, Abteilung für Gastroenterologie, Endoskopie, 2. Etage, Südflügel, Ernst-Heydemann-Straße 6, 18057 Rostock