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Doping für die Haut, Heilung für die Muskeln: Forscherpreise für Rostocker Mediziner

26. June 2008

Zwei junge Rostocker Wissenschaftler haben mit ihren Arbeitsgruppen wichtige europäische Forschungspreise gewonnen.

Der Mediziner Dr. med. Heiko Sorg erhielt den Walter-Brendel-Preis für seine Untersuchungsergebnisse, die belegen, dass niedrige Gaben des als Dopingmittel bekannt gewordenen Hormons Epo positiv auf die Heilung verletzter Haut wirken. Ioannis Stratos, ebenfalls Mediziner, erhielt den B. Braun-Preis für seine Analyse der Vorgänge bei der Heilung von Muskelgewebe. Stratos fand heraus, dass dabei nicht nur neue Zellen gebildet werden, sondern auch Zellen gezielt absterben. Seine Erkenntnis hat Konsequenzen für die medizinische Begleitung des Heilungsprozesses von Muskeln. Beide Mediziner arbeiten am Universitätsklinikum Rostock. Die Preise sind mit 1500 bzw. 1000 Euro dotiert.

 

Doping für die Haut: Das Hormon Erythropoietin (Epo) wirkt sich positiv auf die Regeneration von Hautgewebe aus. Zu dieser Erkenntnis kam der Rostocker Mediziner Dr. med. Heiko Sorg vom Institut für Experimentelle Chirurgie (Direktorin: Prof. Dr. med. Brigitte Vollmar) der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock, wo das als Doping-Mittel bekannt gewordene Epo systematisch untersucht wird. Tests ergaben, dass hohe Gaben von Epo sich eher negativ auf den Heilungsprozess auswirken, wohingegen niedrige Dosen an Epo positiv auf die Hautregeneration wirken. „Wir konnten nachweisen, dass sich durch die Gabe von Epo die Neubildung von Gefäßen in verletzten Hautarealen gefördert wurde und dass die funktionelle Regeneration auf diese Weise beschleunigt werden konnte“, so Dr. Sorg. Der Rostocker Wissenschaftler erhielt für seine Untersuchungen den mit 1500 Euro dotierten Walter-Brendel-Preis der Europäischen Gesellschaft für Chirurgische Forschung.

 

Heilung für die Muskeln: Ebenfalls auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin forscht der Rostocker Arzt Ioannis Stratos. Der junge Mediziner untersuchte im Rahmen seiner Doktorarbeit am Institut für Experimentelle Chirurgie den Heilungsprozess von zum Beispiel bei einem Unfall verletztem Muskelgewebe. Er gelangte zu der Erkenntnis, dass es bei der Heilung des Gewebes nicht nur zur Neubildung von Muskelgewebe durch lokale Stammzellen kommt, sondern auch zum systematischen Abräumen des zerstörten Muskelgewebes. Dabei komme es zu Prozessen wie Apoptose (programmierter Zelltod) oder Nekrose (nicht programmierter Zelluntergang), so Stratos. Seine Erkenntnisse haben Einfluss auf die Behandlung von Weichteil-Verletzungen. Demnach müsse nicht nur die Neubildung von Zellen, sondern auch der Abtransport des zerstörten Gewebes gezielt gefördert werden, um eine rasche und suffiziente Muskelregeneration zu bewirken. Für seine Erkenntnis bekam Stratos den B. Braun-Award für die „Beste Klinik-relevante wissenschaftliche Arbeit“. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird von der Firma B. Braun Melsungen vergeben. Ioannis Stratos arbeitet an der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Uniklinikums Rostock.