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Ernst-Derra-Preis für Rostocker Herzchirurgen: Innovative Therapien bei angeborenen Herzfehlern

24. February 2011

Privat-Dozent Dr. Can Yerebakan erhält den diesjährigen Ernst-Derra-Preis.

Der 33- jährige Herzchirurg arbeitete und forschte von 2006 bis 2010 in der Klinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock. Der Schwerpunkt seiner Forschungsarbeiten sind regenerative Therapieoptionen bei angeborenen Herzfehlern. Der renommierte Forschungspreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, verlieh die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie auf ihrer 40. Jahrestagung im Februar in Stuttgart.

 

Dass sich angeborene Herzfehler heute oft erfolgreich chirurgisch korrigieren lassen, heißt für die Betroffenen nicht unbedingt, dass sie ein beschwerdefreies Leben führen können. Im Gegenteil: nicht selten tritt aufgrund der chronischen Belastung des Herzens im Verlauf des Lebens eine Herzschwäche auf. Im Alltag äußert sich diese durch eine verminderte Belastbarkeit. Ursächlich dafür sind oftmals Umbauvorgänge am überforderten Herzmuskel (Remodeling). Dieser Umbau führt zum Verlust von funktionsfähigem Herzmuskelgewebe und zu dessen bindegewebigen Ersatz, wodurch die Leistungsfähigkeit des Herzens weiter abnimmt. 

 

 

Can Yerebakan forschte an der Entwicklung neuartiger therapeutischer Strategien, die dem Remodeling entgegenwirken und damit einer Herzmuskelschwäche nach kinderherzchirurgischen Eingriffen vorbeugen sollen. Im Fokus standen dabei regenerative Behandlungsansätze. An einem selbst entwickelten Großtiermodell konnte er zunächst nachweisen, dass sich die Funktion des Herzens durch direkte Injektion von körpereigenen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut in den Herzmuskel verbessert. Der Haupteffekt scheint dabei in der erhöhten Gefäßdichte des Herzmuskels zu liegen. In nachfolgenden Experimenten konnte ebenfalls in einem Großtiermodell nachgewiesen werden, dass die Herzfunktion auch unter Verwendung des Hormons Erythropoetin verbessert werden konnte. Die Therapie mit Erythropoetin hatte zahlreiche positive Effekte, unter anderem eine gesteigerte Dehnbarkeit des Herzmuskels, eine erhöhte Gefäßdichte sowie die Verminderung des Verlusts von Herzmuskelzellen. Diese Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten mit angeborenen Herzfehlern langfristig zu verbessern, als nächster Schritt steht die Umsetzung in die klinische Anwendung an. 

 

 

Can Yerebakan wurde 2010 zum Thema „Regenerative Therapieoptionen der rechtsventrikulären Dysfunktion bei angeborenen Herzfehlern“ an der Universität Rostock habilitiert. Seit 2006 hatte er als Assistenzarzt an der Klinik für Herzchirurgie im Team von Prof. Dr. Gustav Steinhoff sowie als Prüfarzt und Wissenschaftler am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock mitgearbeitet. Nach Abschluss seiner Facharztausbildung in der Herzchirurgie im Herbst 2010, wechselte Dr. Yerebakan in das Team des weltberühmten Kinderherzchirurgen Dr. Richard A. Jonas am Children`s National Medical Center in Washington, DC, USA.