Der 9. Ehrenamtsballs der Caritas Nord in Rostock war der Selbsthilfe von chronisch-kranken und beeinträchtigten Menschen gewidmet. Das Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern (CCC-MV) unterstützte diese Veranstaltung u. a. mit einem der Hauptpreise für die Tombola: eine Einführung in die aktuelle Krebsforschung und einen Besuch der sonst für die Öffentlichkeit verschlossenen Labore des Instituts und der Poliklinik für Medizinische Genetik an der Universitätsmedizin Rostock. Am 23. April wurde dieser Preis eingelöst.
PD Dr. Hugo Murua Escobar empfing die Besucherinnen als Institutsdirektor der Medizinischen Genetik. Im Gespräch vermittelte er gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Charlotte Meinen, welche Rolle die molekulare Diagnostik und personalisierte Therapie heute in der Krebsmedizin spielen. Immer wieder schlug er den Bogen zu den Betroffenen: Für ihn seien Selbsthilfegruppen nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung bei Krebs, sondern Betroffene spielten auch eine wichtige Rolle bei der ganzheitlichen Betrachtung von Krebserkrankungen und im Dialog von Betroffenen und Behandelnden wie auch bei der Erstellung von verständlichen Informationsmaterialien.
Bei der Führung durch die Labore erhielten die Gewinnerinnen Einblicke in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind. Technische Assistentinnen des Instituts nahmen sich Zeit, Fragen zu beantworten und die praktische Arbeit der Medizinischen Genetik anschaulich zu machen: vom Blick auf Chromosomen unter dem Mikroskop bis hin zu sichtbar gemachter DNA.
Eine der Gewinnerinnen, Ingrid Koslowsky, nutzte die Gelegenheit, um ihre Fragen direkt mit dem Experten zu besprechen: Welche Rolle spielt die klassische Chemotherapie heute noch? Wie ist das Verhältnis von klinischer Medizin und Naturheilkunde? Und wie zugänglich sind neue Therapieverfahren für Erkrankte? Vor allem dieser direkte Austausch machte den Besuch für die Teilnehmerinnen besonders wertvoll.
Beim Ausklang im CCC-MV wurden die Eindrücke des Nachmittags bei Kaffee und Kuchen gemeinsam nachbesprochen. In vertraulicher Atmosphäre entstand Raum für ein offenes Gespräch über Chancen und Grenzen der personalisierten Medizin und damit für den wichtigen Austausch zwischen Forschung, Versorgung und Betroffenen.

















