Rostock - Wenn morgens im OP der Universitätsmedizin Rostock die ersten Instrumente bereitgelegt werden, arbeitet dort inzwischen ein Team aus verschiedenen Ländern – erstmals auch mit Operationstechnischen Assistenten (OTA) aus Kolumbien.
Vier von ihnen sind bereits im Team, zwei weitere werden in den kommenden Wochen folgen. Es handelt sich dabei nicht um ungelernte Kräfte, sondern um fachlich hochqualifizierte, spezialisierte OP-Fachkräfte: Alle verfügen über einen Bachelor-Abschluss, praktische Berufserfahrung aus kolumbianischen Kliniken und Deutschkenntnisse auf B2-Niveau.
Ein wichtiger Grund für die Auswahl des Landes: Die kolumbianische Ausbildung passt inhaltlich sehr gut zum deutschen OTA-Beruf. Viele Ausbildungsinhalte, insbesondere im Bereich Instrumentieren, sterile Arbeitsweise und OP-Organisation, sind vergleichbar - eine solide Grundlage für die Anerkennung in Deutschland.
Operationstechnische Assistenten sind im OP unverzichtbar: Sie bereiten Eingriffe vor, reichen Instrumente, sichern die Sterilität und koordinieren Abläufe, damit Chirurgen sich voll auf den Eingriff konzentrieren können.
Vor dem Einsatz durchlaufen die neuen Kollegen ein siebenmonatiges Anerkennungsverfahren. Die Kolumbianer arbeiten zunächst als Pflegehelfer, sammeln praktische Erfahrung im OP-Saal und besuchen Unterricht. Am Ende steht die staatliche Kenntnisprüfung mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung. Nach Bestehen werden sie unbefristet als Operationstechnische Assistenten übernommen. Unterstützt wird das Projekt durch Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit.
Zum Start gab es eine Einführungswoche, in der Abläufe, Hygienevorgaben und Organisationsstrukturen vermittelt wurden. Praxisanleiter Julian Litwin begleitet die fachliche Integration im Alltag.
Pflegevorstand Annett Laban betont die langfristige Perspektive:
„Internationale Fachkräfte sind für uns keine Übergangslösung. Wir investieren in ihre Qualifizierung, begleiten sie eng im Alltag und integrieren sie ins Team. So sichern wir Qualität im OP und schaffen Perspektiven für alle.“












