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Kraft-Ausdauertraining für Krebspatienten am Olympiastützpunkt Rostock

18. November 2025
Eine Gruppe von Menschen freut sich, hält einen Spendenscheck hoch und benutzt teilweise Sportgeräte.

Christiane Dörn von der Sparda-Bank Berlin (h. l.) und Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Felser (h. r.) setzen sich für die Trainingstherapie von Krebspatienten ein. Bildquelle: Universitätsmedizin Rostock

9 Personen befinden sich in einem Sportraum und halten einen Spendenscheck in der Hand.

Christiane Dörn von der Sparda-Bank Berlin (v. r.) und Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Felser (v. l.) setzen sich für die Trainingstherapie von Krebspatienten ein. Bildquelle: Universitätsmedizin Rostock

Spende sichert Onkologische Trainingstherapie der Unimedizin Rostock

Rostock – Im Kraftraum des Olympiastützpunktes am Leichtathletikstadion trainieren Simone, Günther und Julia konzentriert an den Geräten. Begleitet von zwei erfahrenen Physiotherapeutinnen der Hämatologischen und Onkologischen Trainingstherapie (HOT) der Unimedizin Rostock absolvieren sie gezielte Übungen. Nach kräftezehrenden Krebsbehandlungen wollen sie mit dem speziell entwickelten Programm ihre körperliche Leistungsfähigkeit zurückgewinnen. Dr. Sabine Felser von der Universitätsmedizin Rostock hat mit Unterstützung der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und in Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Rostock das therapeutische Sportangebot ins Leben gerufen. Realisiert werden kann es nur dank einer erneuten großzügigen Spende der Sparda-Bank Berlin in Höhe von 20.000 Euro.

Sportwissenschaftlerin Felser aus der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie, Stammzelltherapie und Palliativmedizin hebt die Bedeutung des Muskelaufbaus hervor: „Die Muskelmasse ist von zentraler Bedeutung, da die Muskulatur nicht nur entscheidend zur Regulation des Energiestoffwechsels beiträgt, sondern auch entzündungshemmende Prozesse unterstützt, den Energiehaushalt stabilisiert und so tumorassoziierte Fatigue und funktionelle Einschränkungen reduziert. Daten unserer wissenschaftliche Begleitung zeigen, dass gezieltes Training die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert. Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle, deshalb erfolgt das Training in kleinen Gruppen unter Anleitung zertifizierter Therapeuten.“ Inzwischen ist die Trainingstherapie so beliebt, dass Interessierte mehrere Monate warten müssen.

Die Patienten fühlen sich beim Training in diesem professionell ausgestatteten Kraftraum sichtlich wohl. Hier steht nicht die Krankheit im Vordergrund, sondern der Sport – gut für Körper und Geist. Zwei feste Trainingstermine pro Woche helfen, sich trotz Erschöpfung zur Bewegung zu motivieren und die gemeinsame Erfahrung einer Krebserkrankung verbindet die Teilnehmer, schafft gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. In ein normales Fitnessstudio würde kaum jemand von ihnen gehen. Zu groß sind die Hemmungen und die Sorge vor einer Überbelastung. Für Christiane Dörn, Marktleiterin Markt Rostock der Sparda-Bank, ist die Scheckübergabe eine echte Herzensangelegenheit. „Es ist mir wichtig, den Menschen zu begegnen, die direkt von unserer Unterstützung profitieren. Ich sehe hier so viel Freude und Zuversicht in den Gesichtern und weiß aus eigener Erfahrung in unserer Familie, dass das Muskeltraining und soziale Kontakte für die Genesung von einer so schweren Erkrankung enorm wichtig sind.“

Viele Patienten beginnen bereits während der Therapie mit dem Training, um körperliche Ressourcen zu erhalten und die Behandlung besser zu bewältigen. Da die gesetzlichen Krankenkassen dieses Angebot nicht übernehmen, ist die Finanzierung ausschließlich über Spenden oder Eigenleistung möglich. „Deshalb bin ich sehr dankbar, dass wir mit dieser finanziellen Unterstützung die Fortführung der Trainingstherapie ermöglichen können“, so Dr. Sabine Felser.