Eine interdisziplinäre Fortbildung zu den Krankheitsbildern Long- und Post-COVID lockte am 24. September rund 120 Teilnehmer aus Medizin, Forschung und Therapie in die Universitätsmedizin Rostock. Außerdem wurden postinfektiöse Syndrome und das chronische Erschöpfungssyndrom (kurz ME/CFS) beleuchtet. Das Interesse an dem hochaktuellen und komplexen Thema war groß.
Der Dekan Prof. Dr. Bernd Krause eröffnete die Fortbildung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die vielfältigen Aspekte dieser Erkrankungen sowie die praktischen Erfahrungen aus den Long-COVID-Ambulanzen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Unimedizin. Ein besonderer Fokus lag auf der post-exertionellen Malaise, einem zentralen Symptom von Long-COVID und ME/CFS, das durch eine Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung gekennzeichnet ist. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Genese dieses Symptoms und daraus abgeleitete Empfehlungen für die Rehabilitation wurden vorgestellt und diskutiert.
Darüber hinaus wurde die therapeutische Beziehung zwischen Behandelnden und Erkrankten thematisiert. Die komplexe Symptomatik, die aufwendige Diagnostik und die bislang eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten stellen besondere Anforderungen an die Kommunikation und Zusammenarbeit im Behandlungsprozess.
Bei der Fortbildung wurden zwei durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Projekte an der Universitätsmedizin Rostock vorgestellt. Das Projekt COVICare-M-V unter der Leitung von Prof. Dr. Micha Löbermann und Prof. Dr. Emil Reisinger hat zum Ziel, durch Forschung und den Aufbau eines koordinierten Long-COVID-Versorgungssystems eine Verbesserung für Erwachsene mit Long-COVID und anderen postinfektiösen Syndromen in Mecklenburg-Vorpommern zu erreichen. Das Projekt Pediatric Network Long COVID (PEDNET-LC) ist ein bundesweites Netzwerk zur Versorgung und Erforschung von Long-COVID und ähnlichen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Almut Meyer-Bahlburg wurde der Standort Rostock/Greifswald als Comprehensive Care Center eingerichtet.
Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll den hohen Bedarf an fachlichem Austausch und Fortbildung für dieses dynamische und herausfordernde Krankheitsbild.













