Unter federführender Beteiligung der Universitätsmedizin Rostock rückt eine wichtige Entscheidung für die Asthma-Versorgung in Deutschland näher. Die Messung von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft, kurz FeNO, kann nach aktuellen Berechnungen die Behandlung von rund fünf Millionen Patientinnen und Patienten gezielt verbessern. Gleichzeitig lassen sich die Ausgaben im Gesundheitswesen deutlich reduzieren. Grundlage dafür ist ein Mitte April veröffentlichtes Positionspapier mehrerer Fachgesellschaften. Darauf aufbauend haben die beteiligten Verbände mit Unterstützung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ein Bewertungsverfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) angestoßen. Dort wird nun entschieden, ob die Untersuchung künftig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.
Das Positionspapier entstand unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Marek Lommatzsch, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Pneumologie, Allergologie und internistische Intensivmedizin der Universitätsmedizin Rostock. Bislang müssen gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten die Untersuchung in Deutschland häufig selbst bezahlen oder erhalten sie nur im Rahmen privater Versicherungen.
„In einer Zeit, in der Einsparungen in Milliardenhöhe gefordert werden, wäre die Aufnahme der FeNO-Messung in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung das richtige Signal und ein deutlicher Gewinn für alle Seiten“, erklärt Prof. Lommatzsch, der auch die deutsche Asthma-Leitlinie koordiniert. Ergänzend zum Lungenfunktionstest werde das Verfahren als Biomarker zur Diagnose und Steuerung der Asthma-Therapie eingesetzt. „Unser Positionspapier belegt anhand wissenschaftlicher Daten glasklar den medizinischen Nutzen sowie die erheblichen finanziellen Einsparpotenziale“, so Prof. Lommatzsch. Nach den veröffentlichten Berechnungen ließen sich jährlich etwa 300 Millionen Euro einsparen.
Nach den ausgewerteten Daten stärkt die Untersuchung die Versorgung in mehreren zentralen Bereichen unmittelbar. Sie ermöglicht eine treffsichere Diagnosestellung, unterstützt die Anpassung inhalativer Therapien, erleichtert die Überprüfung der Therapietreue und hilft bei der Auswahl moderner Biologika-Behandlungen bei den etwa fünf Millionen Patientinnen und Patienten mit Asthma.
Auch Prof. Dr. Christian Virchow, Direktor der Klinik und Poliklinik für Pneumologie, Allergologie und internistische Intensivmedizin, sieht darin ein starkes Signal für die Versorgung. „Dieses Positionspapier ist ein wichtiges Signal für die Versorgung von Asthma in Deutschland. Denn es zeigt, dass modernes Asthma-Management nicht nur den Patientinnen und Patienten mit Asthma zugutekommt, sondern auch für die Gesellschaft kostengünstiger ist“, sagt Prof. Virchow.
Mit Blick auf die Bedeutung moderner Diagnostik ergänzt er: „Dank der neuen diagnostischen Möglichkeiten beim Asthma, wie der regelmäßigen Messung des FeNO, kommen wir dem Ziel einer präventiven Asthma-Therapie immer näher.“ Eine hochwertige Behandlung sei nur auf Grundlage präziser Diagnostik möglich, betont Prof. Virchow.
In mehreren europäischen Ländern gehört die Untersuchung bereits seit Jahren zur regulären Versorgung. Mit dem nun eingeleiteten Verfahren beim G-BA besteht erstmals die Chance, das Verfahren auch in Deutschland flächendeckend als Kassenleistung zu etablieren.














